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| 02:34 Uhr

ProTram fordert mehr Einsatz für die Schiene

Dieter Schuster.
Dieter Schuster. FOTO: Hering
Cottbus. Mehr Einsatz für die Bahn-Infrastruktur in der Region fordert der Cottbuser ProTram-Sprecher Dieter Schuster. Er reagiert damit auf die jüngste Resolution von Lausitzer Politikern, die von der IHK Cottbus und der Energieregion Lausitz-Spreewald erarbeitet wurde. Sven Hering

Darin fordern 21 Landräte, Amtsdirektoren und Bürgermeister, dass das Land vier Südbrandenburger Straßen aus dem Bedarfsplan Bundesfernstraßen 2004 auch für den neuen Bundesverkehrswegeplan anmeldet. Dabei geht es um den Ausbau der Bundesstraßen 87, 169, 101 und der B 112n sowie um die Ortsumfahrung Cottbus.

"Die in der Resolution angemahnten Projekte sind jedoch ausschließlich Straßenbau-Projekte. Das verwundert schon", sagt Dieter Schuster vom Cottbuser Verein ProTram. Schließlich hätten die Politiker gerade erst Tränen über Tränen vergossen, ja sogar mit einem Kranz ihre Trauer bekundet, als der "Wawel" eingestellt wurde. Insgesamt 161 Jahre waren Berlin und das polnische Wroclaw (Breslau) auf der Schiene miteinander verbunden. Zehn Jahre nach der EU-Osterweiterung hat die Deutsche Bahn die Fernverbindung vor wenigen Wochen gekappt.

Laut Schuster würde einzig der Ausbau der Eisenbahnstrecke Cottbus - Görlitz, der bereits Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes 2003 war, die Wiederbelebung des Wawel mit Streckenführung über Cottbus ermöglichen. "Schließlich hat die polnische Seite die Strecke Breslau - Grenze in Richtung Horka bereits zweigleisig und elektrifiziert ausgebaut", so Schuster. Mit einem Abzweig der Strecke Cottbus - Görlitz in Horka in Richtung Breslau wäre somit der durchgängige elektrische Betrieb von Berlin nach Breslau gewährleistet. Ohne den Ausbau Cottbus - Görlitz bestehe die große Gefahr, dass ein zukünftiger Wawel Cottbus nicht mehr tangiert, er würde dann möglicherweise von Berlin über Elsterwerda nach Breslau verkehren oder gleich über Frankfurt - Zielona Góra.

"Wenn nun auch noch die Lausitzer Politiker nicht auf den Ausbau Cottbus - Görlitz setzen, wird Cottbus wahrscheinlich in Zukunft auf den Wawel verzichten müssen", sagt Schuster. "Die Politiker-Tränen waren wohl doch nur Krokodilstränen."