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Protest gegen Sorbisch-Pläne hält an

Vor zwei Wochen wurde in Peitz für den Erhalt des Witaj-Unterrichtes an den Schulen protestiert.
Vor zwei Wochen wurde in Peitz für den Erhalt des Witaj-Unterrichtes an den Schulen protestiert. FOTO: hil
Cottbus. Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hat im Potsdamer Landtag keine klare Antwort auf die Fragen Lausitzer Abgeordneter zur Zukunft des Sorbischunterrichts in der Lausitz geben können. Derzeit wird in Brandenburg eine neue Schulverordnung für den Sorbisch-Wendisch-Unterricht geplant. iwe/pos

Sorbisch soll demnach nur noch unterrichtet werden, wenn mindestens zwölf Kinder einer Jahrgangsstufe an diesem Unterricht teilnehmen.

Bei Vertretern der Minderheit traf dies in den letzten Wochen auf entschiedenen Widerspruch. So hatten unter anderem zahlreiche Menschen in Peitz gegen die Pläne des Landes protestiert. Daher hatte die Cottbuser Abgeordnete Kerstin Kircheis (SPD) in der gestrigen Fragestunde nachgehakt: "Welche Notwendigkeit besteht für die Landesregierung, die Schülerzahlen so drastisch zu erhöhen?" Und die Lübbener Sozialdemokratin Sylvia Lehmann (SPD) verwies darauf, dass durch diese Regelung der Sorbischunterricht in Spremberg, Lieberose oder Lübbenau komplett entfallen könnte. "Ich frage die Landesregierung: Wie schätzt sie die Folgen der Verordnung für den sorbischen/wendischen Unterricht in Südbrandenburg ein?"

Doch auf beide Fragen seiner Parteigenossinnen gab Baaske am Donnerstag keine Antwort. Stattdessen verwies er darauf, dass ihm der Entwurf für die Verordnung zusammen mit Stellungnahmen der sorbischen Verbände noch vorgelegt werden solle. "Es geht im Wesentlichen darum, wie, wann und wo Lerngruppen errichtet werden", sagte Baaske. "Ich bin mir aber sicher, dass wir unter Beachtung der übergeordneten Ziele des Minderheitenschutzes eine Entscheidung fällen können, die verlässlich für die Zukunft des sorbisch-wendischen Unterrichts ist."

Mit großer Sorge sieht auch der Lausitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze die Überlegungen in Potsdam, neue Vorgaben für den Sorbischunterricht umzusetzen. "Es kann nicht sein, dass für touristische Zwecke sehr gern auf die Kultur, die Bräuche und die Sprache der Sorben und Wenden in der Lausitz verwiesen wird, aber Kindern das Erlernen der sorbischen Sprache massiv erschwert wird", so der Abgeordnete. Schulze arbeitet als stellvertretendes Mitglied im Parlamentarischen Beirat der "Stiftung für das sorbische Volk" mit. Er ist der Ansicht, dass sich die brandenburgische Landesregierung um andere Lösungen bemühen muss, um den Mangel an Sorbischlehrern auszugleichen. Der war neben dem Kostenfaktor vom Potsdamer Bildungsministerium als Argument für die neuen Pläne aufgeführt worden.