Während Koch- und Buntwäsche in der Lauge plätschern, wird nebenan im Kaminzimmer ein Snack gereicht. Und während die Maschinen schleudern und saubere Socken im Trockner wirbeln, kann bei freiem WLAN im Netz gesurft oder ferngesehen werden. So stellt sich Deniro-Wirt Michael Fricke seine "Waschbar" vor, die er gleich neben seiner Kneipe eröffnen wird.

Die Idee hat der Cottbuser Gastronom aus Potsdam mitgebracht. In Cottbus gibt es eine Kombination aus Gastronomie und Waschsalon bislang noch nicht. "Die Leute können bei uns ihre Wäsche waschen und dabei Spaß haben. Die Zeit, die für die Wäsche draufgeht, muss keine verlorene Zeit sein", ist Fricke überzeugt. Er und sein Team wollen seinen Gästen ihre Haushaltspflichten so angenehm wie möglich machen. "Von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr wird die Waschbar geöffnet sein. Es soll einen preiswerten Mittagstisch mit deutscher Küche geben. Tagsüber wird auch eine Servicekraft vor Ort sein, die die Gäste bewirtet. Sie ist bei Bedarf auch beim Bedienen der Bügelmaschine behilflich, kündigt Michael Fricke an. Selbst wenn das Kaminzimmer am Abend nicht zur Verfügung stehe, weil dort etwa eine geschlossene Gesellschaft feiert, wird der Waschsalon geöffnet und über den Biergarten zugänglich sein. Die "Waschbar" soll nicht nur Studenten ansprechen. "Sie ist für alle da", betont der Inhaber. Immer dienstags soll es einen Single-Waschtag geben, an dem Alleinstehende beim Wäschewaschen Kontakte knüpfen können.

"In der Waschbar ist alles waschbar", sagt Michael Fricke und meint es ganz wörtlich. Denn er hat seinen Gästen mehr zu bieten, als haushaltsübliche Waschautomaten. "Die dicke Berta wird auch mit Problemfällen fertig", betont der Gastwirt, der den Maschinen in seinem Waschsalon zur besseren Unterscheidung Namen gegeben hat. "Die dicke Berta, die größte der vier Maschinen, ist speziell für große Wäschestücke da und kommt auch mit Hunde- und Pferdedecken, Läufern oder Motorradkleidung klar. Alle Maschinen verfügen über Spezialprogramme und können die Wäsche zum Beispiel desinfizieren. Es gibt auch spezielle Bäcker- und Fleischerprogramme, die auf die spezifische Art der Verschmutzung abgestimmt sind. So wird die Wäsche beim Bäckerprogramm wegen des Mehls intensiver gespült", informiert Michael Fricke.

Ein Waschgang in einer der kleinen Maschinen soll vier Euro kosten. "Es wird aber ein Rabattsystem geben, sodass sich der Einzelpreis reduziert, wenn man gleich mehrere der goldenen Waschchips kauft, mit denen die Maschinen in Gang gesetzt werden", erklärt Fricke. Rund 45 Minuten dauere ein Waschgang, in den Hochleistungsmaschinen.

Ganz begeistert ist der Gastronom, wenn er über seine "Waschbar" spricht, dabei beschränkt sich seine Sachkunde in Sachen sauberer Wäsche eher auf die Theorie: "Zuhause lässt mich meine Frau nicht an die Waschmaschine, weil ich alles verderbe", verrät er lachend.