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| 17:03 Uhr

Gerangel ums Geld
Betreuungszeiten in Cottbuser Kitas bleiben stabil

Manche berufstätigen Eltern sind auf längere Betreuungszeiten für ihre Kinder angewiesen.
Manche berufstätigen Eltern sind auf längere Betreuungszeiten für ihre Kinder angewiesen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Cottbus. Kinder werden in Cottbuser Kindertagesstätten auch weiterhin länger als acht Stunden betreut. Weil das Land nicht die volle Betreuungszeit bezahlt, waren Eltern unter Druck geraten.

Für viele Eltern war es ein Schock: Kurz vor der Sommerpause hatten die Träger einiger Kitas angekündigt, ab August keine Verträge mehr anzubieten, die Betreuungszeiten von mehr als acht Stunden garantieren. Einige Familien befürchteten dadurch erhebliche berufliche Nachteile. Jetzt, so scheint es, ist das Problem vorerst vom Tisch. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage sagt Jugendamtsleiter André Schneider: „Wir hatten alle Eltern mit derartigen Problemen gebeten, sich bei uns zu melden. Alle Fälle, von denen wir auf diese Art erfahren haben, sind nun gelöst.“ Das Jugendamt habe in allen Einzelfällen Kontakt mit dem entsprechenden Träger aufgenommen und nach Lösungen gesucht. Im Ergebnis wurden für alle Kinder Lösungen gefunden, die der Berufstätigkeit der Eltern angepasst sind. Schneider: „Das sind nicht in jedem Fall die vollen zehn Stunden Betreuungszeit, manchmal reichten den Eltern auch neun Stunden.“ Sollten Eltern dennoch Probleme mit ihren Betreuungszeiten haben, können sie sich im Jugendamt melden. Hintergrund: Derzeit gehen über die Hälfte aller Kita-Kinder in Cottbus länger als acht Stunden in die Einrichtung. Höhere Personalkosten durch längere Betreuungszeiten – die dritte Betreuungsstufe – werden durch das Land nicht gedeckt. Die Cottbuser Verwaltung hatte angegeben, dass sie die Finanzierungslücke nicht ausgleichen könne, da die Stadt keine zusätzlichen freiwilligen Leistungen in den Haushalt aufnehmen darf. Für Cottbus würde eine solche Regelung 2 bis 2,5 Millionen Euro Zusatzkosten pro Jahr bedeuten. Die Träger schätzen, dass sie 50 neue Mitarbeiter einstellen könnten, wenn Personal- und Betreuungsschlüssel dem Bedarf angepasst würden.

Jugendamtsleiter André Schneider hat zahlreiche Gespräche mit Eltern und Trägern geführt
Jugendamtsleiter André Schneider hat zahlreiche Gespräche mit Eltern und Trägern geführt FOTO: Hilscher
(red/hil)