ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:28 Uhr

Fontane-Jahr in Burg
Spreewald vom Kahn aus und auf dem Teller

 Auch in der kühlen und nassen Jahreszeit kann eine Kahnfahrt ein Erlebnis sein. Bei „Genießen mit Fontane“ gehört eine Tour dazu.
Auch in der kühlen und nassen Jahreszeit kann eine Kahnfahrt ein Erlebnis sein. Bei „Genießen mit Fontane“ gehört eine Tour dazu. FOTO: dpa/dpaweb / Z1022 Patrick Pleul
Burg. „Genießen mit Fontane“ hieß es am Sonnabend erstmals im Burger Waldhotel Eiche. Von Marion Hirche

Mit vielen Ideen haben die Burger Touristiker das Thema „200 Jahre Fontane“ aufgegriffen. Erlebniswanderungen mit Fontane, geführte Radtouren auf Fontanes Spuren, Kaffeeklatsch mit Fontane auf dem Kahn, Fontane-Zeitentdeckungen, ein neuer Fontane-Rundweg und  verschiedene Veranstaltungen gehören zum Programm in diesem Jahr. Am Sonnabend hatte „Genießen mit Fontane“ Premiere. Im Burger Waldhotel Eiche, wo der Dichter 1859 selbst mit dem Kahn ankam und speiste, erlebten 30 Gäste eine ganz besondere Begegnung mit dem Jubilar.

Nach einstündiger Kahnfahrt mit Fährmann Volkmar Baier, trotz Regens, ging es zum  Abendessen mit litarisch-musikalischer Umrahmung.  „Wir waren schon immer stolz, dass uns Fontane in seinem Werk erwähnt hat“, betonte Hotelchef Thomas Eick zur Begrüßung und gestand: „Immer wenn ich von Berlin nach Burg fahre, dann höre ich Fontane“.

Martin und Antje Schneider aus Berlin trugen Texte des Effi-Briest-Verfassers vor. Dazu gab es passende elektronische Klavierklänge  von Angela Maria Stoll. Die Vorleser berichteten über  die erste große Reise des damals siebenjährigen Theodors.  Er zog 1827 mit seiner Familie von Neuruppin, seinem Geburtsort, nach Swinemünde. Sein Vater hatte dort eine Apotheke gekauft. Eine unbeschwerte Kindheit an der Küste folgte. Seine farbenreichen Texte darüber kamen zu Gehör. Später ging es um Fontanes Reisen, unter anderem nach Großbritannien, nach Dänemark, nach Frankreich.

Von den Künstlern wurde erklärt, dass der Dichter von Besuchern der Mark Brandenburg viel Verständnis für das Land forderte: „Wer in die Markt reisen will, muss Liebe zum Land mitbringen.“ Sie sprachen auch eine der wichtigsten Überzeugungen des Dichters aus: „Man hat keine andere Heimat als die Erde“. Schon damals, als die Eisenbahn noch in den Kinderschuhen steckte, war für Fontane der Weg in andere Länder kein Problem. Er sammelte auf seinen Reisen viel Wissen. Im dritten Teil ging es dann um Fontane in Burg.

Urlauber und Besucher aus der Umgebung lauschten sehr aufmerksam den Texten, entspannten bei den passenden Klängen und ließen sich das Drei-Gänge-Menü schmecken. Die Leckereien mit gegrilltem Ziegenkäse im Bauernschinkenmantel, gefüllten Hechtröllchen mit Wurzelgemüse an Dill-Bier-Sauce und Drillingen sowie Honig-Rosmarin Parfait mit marinierten Zwetschgen mundeten allen.

„Wir kommen aus Cottbus, sind Fontane-Fans. Wir bekamen die Karten für diese Veranstaltung von unseren Kindern zu Weihnachten geschenkt“, berichteten Petra und Hartmut Krause. „Wir haben aus der Zeitung von diesem Angebot erfahren und haben den Abend gebucht, weil wir großes Interesse an Fontane haben“, sagten Reinhard und Ursula Philipp, die aus Hoyerswerda angereist waren. Als Fans des Waldhotels kamen  Rebekka und Martin Kirchhein aus Berlin zu der Veranstaltung: „Wir gönnen uns hier ein kinderfreies, handyloses Wochenende. Und einmal Kultur im Jahr muss auch sein.“

Am 12. Oktober heißt es erneut „Genießen mit Fontane“. Karten dafür gibt es bei der Burger Touristinformation:
Telefon 035603 750160,
www.burgimspreewald.de