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| 01:27 Uhr

Premiere für „Blaue Stunde” von Erik Schiesko im ausverkauften Piccolo-Theater

Die Film-Crew im Piccolo-Theater: Kameramann Clemens Schiesko, Darsteller Niclas Greschke und Lotta Brand und Regisseur Erik Schiesko (v.l.).
Die Film-Crew im Piccolo-Theater: Kameramann Clemens Schiesko, Darsteller Niclas Greschke und Lotta Brand und Regisseur Erik Schiesko (v.l.). FOTO: Anika Goldhahn/agh1
Cottbus. Wie ein Superstar wird Nachwuchs-Regisseur Erik Schiesko (25) von den 200 Zuschauern im Piccolo-Theater empfangen. Die Premiere seines ersten Spielfilms „Die Blaue Stunde“ am Samstagabend wird zum Heimspiel. Von Anika Goldhahn

Es hätte keinen passenderen Ort für diese Filmschau geben können, spielte Erik Schiesko früher doch selbst am Piccolo. Aber auch Cottbus kommt eine gewichtige Rolle in dem Film zu. Immer wieder sieht man den 16-jährigen Protagonisten Niklas und seine erste Liebe Lotta im Schillerpark, am Bahnhof oder in der Straßenbahn durch die Stadt fahren. Ein komisches Gefühl, Cottbus in einem Spielfilm zu sehen, der in jedem anderen deutschen Kino laufen könnte.

Obwohl der No-Budget Film nichts gekostet hat, ist er doch sehr viel wert. Vor allem die beiden Hauptdarsteller Niclas Greschke und Lotta Brand überzeugen. Die beiden Laiendarsteller standen das erste, aber sicher nicht das letzte Mal vor der Kamera. Auch in Cottbus seit Jahren etablierte Schauspieler wie Michael Becker und Andrea Kulka sind zu sehen.

Erik Schiesko arbeitet in seinem Film über einen Heranwachsenden, der seine erste Liebe erfährt, immer wieder mit Metaphern. So wird die Schizophrenie zu einem Sinnbild der Zerrissenheit in einem Jugendlichen, das Woodstock-Festival zur Gesellschaft und das Meer zur unbekannten Zukunft. "Die Blaue Stunde" ist ein zuckersüßes Drama, bei dem der Zuschauer oft zwischen Lachen und Weinen schwankt.

"Der Film ist sehr authentisch. Die Situationen waren aus dem Leben gegriffen", sagt David Timm (24) nach der Vorstellung. "Ich konnte mich sehr gut in den Film hineinversetzen, gerade weil ich die Orte im Film, wie den Schillerpark, sehr gut kenne." Anne Schröder (21) erklärt: "Die schauspielerische Leistung fand ich wahnsinnig gut. Der Hauptdarsteller hat das Innenleben von Niklas sehr gut rübergebracht."

Niclas Greschke schlüpft dabei in zwei gegensätzliche Rollen der schizophrenen Hauptfigur. Eine besondere Herausforderung wie er erzählt: "Es war sehr schwierig. Wobei mir die extrovertierte Rolle schwerer gefallen ist, als die introvertierte." Er selbst trage eine gesunde Mischung beider Rollen in sich, sagt er und liefert damit seinem Regisseur beste Argumente. "Schizophrenie war nur der Aufhänger", sagt Erik Schiesko. "Ich wollte die Gefühlswelt eines Jugendlichen darstellen, der oft hin- und hergerissen ist." So kann sich jeder Zuschauer in den Film hineinversetzen. Das verstehen nicht nur Cottbuser. Deshalb ist zu hoffen, dass "Die Blaue Stunde" deutschlandweit bekannt wird. Das Potenzial hat der Film allemal.

Zum Thema:

"Die Blaue Stunde" im Obenkino mit den Kurzfilmen "Schmellwitz" und "Nur ein kurzer Augenblick" im Vorprogramm am Freitag, 1. April, um 20 Uhr; Samstag, 2. April, um 19.30 Uhr; Montag, 4. April, um 20 Uhr; Dienstag, 5. April, um 21 Uhr und Mittwoch, 6. April, um 19.30 Uhr.Ein Gespräch nach dem Film mit Regisseur Erik Schiesko, Kameramann Clemens Schiesko und Schauspieler Niclas Greschke gibt es am Montag, 4. April.