ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:52 Uhr

Nach Kündigung von Prämiensparverträgen
Wie Sparkassenkunden ihr Geld jetzt anlegen sollten

 Über die lange Laufzeit sind mit den Prämiensparverträgen der Sparkassen oft hübsche Summen zusammengekommen. Nach der Kündigung stellen sich Sparer die Frage: Wohin mit dem Geld?
Über die lange Laufzeit sind mit den Prämiensparverträgen der Sparkassen oft hübsche Summen zusammengekommen. Nach der Kündigung stellen sich Sparer die Frage: Wohin mit dem Geld? FOTO: dpa / Monika Skolimowska
Cottbus. Nach der Kündigung von Tausenden Sparplänen der Sparkasse Spree-Neiße verrät Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von finanztip.de, wie die Anleger ihr Geld jetzt investieren sollten. Von Daniel Steiger

Die Sparkasse Spree-Neiße hat in den vergangenen Tagen und Wochen mehr als 5000 sogenannte Prämiensparverträge gekündigt. In diese Verträgen sind über die Laufzeit von mindestens 15 Jahren beträchtliche Summen zusammengekommen. Doch angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase fragen sich viele Sparer: Wohin jetzt mit dem Geld? Die RUNDSCHAU hat diese Frage an Hermann-Josef Tenhagen, den Chefredakteur von finanztip.de, gestellt.

Die wichtigste Regel für die Geldanlage nennt der Finanzexperte gleich im ersten Satz. „Ich muss mir selbst klarmachen, wie lange ich auf das Geld verzichten kann“, so Tenhagen. Daraus würde sich dann fast wie von selbst eine Anlagestrategie zusammensetzen. Und das sind die drei mögliche Anlagemodelle.

 Experte in Sachen Finanzen: Hermann-Josef Tenhagen.
Experte in Sachen Finanzen: Hermann-Josef Tenhagen. FOTO: finanztip.de

▶ 1.Die kurzfristige Geldanlage

Wer absehen kann, dass er das Geld in den kommenden zwei Jahren für ein neues Auto, eine große Reise oder etwas anderes ausgeben möchte, sollte nach kurzfristigen Anlagemöglichkeiten Ausschau halten.

Auf diese sind in der aktuellen Zinssituation die Erträge aber nicht berauschend. Die Sparkasse Spree-Neiße hatte seinen gekündigten Prämiensparkunden das Angebot gemacht, das Geld daraus für weitere zwei Jahre mit 0,5 Prozent zu verzinsen. „Das Angebot ist nicht schlecht, es geht aber besser“, so Tenhagen. So gäbe es beispielsweise Angebote bei Direktbanken, die immerhin noch ein Prozent auf das angelegte Geld zahlen, wenn es nur ein paar Monate geparkt wird. Für längere Zeiträume gäbe es wenige Zinsen. Kunden sollten nach sogenannten Tagesgeldkonten Ausschau halten. Dabei aber eines beachten: „Ziel eines Tagesgeldkontos sind nicht die Zinsen, sondern sie sollen vor einem Abrutschen in den Dispo schützen und damit teure Dispozinsen vermeiden“, erklärt Tenhagen. Der Vorteil eines Tagesgeldkontos: Das Geld ist jederzeit für den Sparer verfügbar.

▶ 2. Die mittelfristige Geldanlage

Wer sein Geld länger als zwei Jahre anlegen möchte, ist beispielsweise bei Festgeld genau richtig. Hier gibt es momentan Angebote von bis zu 1,3 Prozent für eine als Berechnungsbeispiel herangezogene Anlage von 20 000 Euro über einen Zeitraum von 36 Monaten. Anders als beim Tagesgeldkonto ist beim Festgeld das Geld aber für den definierten Zeitraum fest angelegt.

▶ 3. Die langfristige Geldanlage

Wer längerfristig sein Geld nicht braucht, sollte laut Hermann-Josef Tenhagen auf Aktien setzen. Und dabei auf jeden Fall über einen Zeitraum von 15 Jahren nachdenken. Der Grund: Es gibt laut Tenhagen kein Beispiel in der Geschichte, in der ein börsengehandelter Fonds (ETF) über einen Zeitraum von 15 Jahren Minus gemacht hat. Wichtig sei, dass in einem Fonds die Aktien von Unternehmen aus der ganzen Welt und möglichst ohne Branchenbeschränkung enthalten sind, so der Finanzfachmann. Bei den Depots sollten Sparer zudem auf die Nebenkosten achten. So werden bei vielen Fonds Verwaltungsgebühren und Depotgebühren fällig.