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Polkafieber bricht in Ströbitz aus

Polka in der Theaterscheune: Die Polkaholics aus den USA machten Polka great again und spielten sogar Rosamunde.
Polka in der Theaterscheune: Die Polkaholics aus den USA machten Polka great again und spielten sogar Rosamunde. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Dem Polkabeats-Festival gelingt ein mitreißender Auftakt im Garten der Theaterscheune. Die Musik überwindet Klischees und jegliche Zurückhaltung. Jenny Theiler

Biergartenatmosphäre und laues Frühlingswetter trifft auf Polkarhythmen: Wer am Männertag keine Lust auf Bollerwagen und zielloses Radeln hatte, besuchte die Theaterscheune. Dort gab es Polka von der anderen Art - Polkabeats halt.

Angekündigt wurde ein ungewöhnlich amerikanischer Abend. Unter dem Motto "Make Polka great again!" eröffneten die Chicagoer Polkaholics das diesjährige Alternativmusikfestival. "Es wird laut", warnte Gabi Grube vom Organisationsteam im Voraus. Das erstaunlich entspannte Cottbuser Publikum störte sich daran keineswegs. Nicht einmal 30 Sekunden brauchten die Amerikaner, um die Polkafans aus ihren Gartenstühlen zu reißen. Innerhalb weniger Minuten wurde die Ströbitzer Dorfatmosphäre vollständig erschüttert und lockte sogar Einheimische von ihren bequemen Balkons. "Eigentlich wollten wir zu Hause gemütlich grillen, aber die Musik hat uns neugierig gemacht", erklärte Doris Hanntschke.

Ein Blick auf die im Laufe des Nachmittags wachsende Tanzschar bestätigt das verborgene Temperament des typischen Cottbusers. Sogar Fremde tanzten miteinander und ließen sich von der lebhaften Stimmung im Theatergarten mitreißen. Wer sitzen blieb, wippte zumindest mit den Beinen im flotten Zweivierteltakt.

Mit dem Bier in der Hand, und dabei stets bedacht im rockigen Polkatakt nicht alles zu verschütten, hüpften Jung und Alt über den Rasen. Auf das deutsche Publikum erstklassig vorbereitet sangen Polkaholics, die bereits zum zweiten Mal bei Polkabeats auftraten, "Rosamunde" und "Ein Prosit". Diese zuvorkommende Geste zauberte selbst dem letzten Skeptiker ein Lächeln aufs Gesicht.

Musikalischer Festivalleiter Jo Meyer ist vom Garten der Theaterscheune begeistert. "Wir versuchen jedes Jahr etwas Neues. Eigentlich sollte die Veranstaltung in der Scheune stattfinden. Aber dann sahen wir den Garten", erzählte der Polkabeats-Erfinder. Auch wenn sich das Festival an ein überzeugtes Kernpublikum richtet, erreichte es an Himmelfahrt auch Neulinge. "Unser Publikum weiß zwar nie genau, was passiert, ist aber immer offen für das, was kommt", bestätigte Gabi Grube.

Donnerstag war nur der Anfang. Heute geht es mit Polka weiter in der Marie. The Beez aus den USA und Skalitzer werden den Polkafans einheizen, bevor das Fest am Wochenende in Richtung Lübben, Lübbenau und Luckau weiterzieht.