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| 19:39 Uhr

Gerichtsentscheidung
Polizist als Sextäter verdächtig

Schlimmer Verdacht.
Schlimmer Verdacht. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Der Beamte muss laut Cottbuser Gericht hinnehmen, dass Ermittler seinen Penis fotografieren.

Ein Brandenburger Polizeibeamter, gegen den wegen eines Sexualdelikts ermittelt wird, muss nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus auch sein Geschlechtsteil erkennungsdienstlich behandeln lassen.

Dem Polizisten wird vorgeworfen, von seinem Dienstrechner aus über einen privaten Account erotische Kontakte zu einer 13-Jährigen aufgenommen und von ihr Bilder gefordert zu haben. Der Kontakt soll von August 2016 bis Februar 2017 bestanden haben, bis der Vater des Mädchens den Chat entdeckte.

Zwar soll der Beschuldigte laut Gericht dem Mädchen von sich selbst nur Bilder seines Gesichts und unbekleideten Oberkörpers verschickt haben. Gleichwohl sei bei solchen Tätern zu befürchten, dass sie auch Bilder von ihrem Intimbereich verschicken, hieß es. Daher sei die erkennungsdienstliche Erfassung des Geschlechtsteils auch im Hinblick auf mögliche Folgetaten wegen der großen Rückfallgefahr bei Sexualstraftätern ausreichend begründet.

„Sexualdelikte sind davon geprägt, dass den Geschlechtsorganen bei der Tatbegehung eine hervorgehobene Bedeutung zukommt“, erklärte das Gericht. Daher könne die Erfassung des Geschlechtsteils bei künftigen Ermittlungen förderlich sein. Zwar sei eine Identifizierung nicht so eindeutig möglich wie bei Gesichtszügen, so die Richter. „Gleichwohl weisen diese Körperteile Merkmale und eine Variationsbreite hinsichtlich Größe, Farbe und Gestalt auf, die zumindest eine Eingrenzung der in Betracht kommenden Verdächtigten ermöglichen.“

Das Polizeipräsidium bestätigte, dass der Beschuldigte seit Ende 2017 vom Dienst freigestellt ist.