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Polizei warnt vor Enkeltricks in der Lausitz

Man kann die Warnung vor ominösen Anrufern und angeblichen Verwandten nicht oft genug aussprechen. Vor allem ältere Menschen fallen auf die Enkeltricks herein.
Man kann die Warnung vor ominösen Anrufern und angeblichen Verwandten nicht oft genug aussprechen. Vor allem ältere Menschen fallen auf die Enkeltricks herein. FOTO: Julian Stratenschulte (dpa)
Cottbus/Ruhland. Die Polizei kann es nicht oft genug wiederholen: Seien Sie auf der Hut vor betrügerischen Enkeltricks! Zwei aktuelle Fälle aus dieser Woche zeigen, wie dreist die Betrüger vorgehen - und dass sie immer wieder Erfolg damit haben. R. Hofmann

Eine 85 Jahre alte Frau ist am Mittwoch in Cottbus auf dreiste Betrüger hereingefallen. Nachdem ihre angebliche Schwiegertochter angerufen und sie um mehrere tausend Euro für den Kauf eines Wohnmobils ersucht hatte, ging die Rentnerin zu einer Bank und hob das Geld ab. Am Nachmittag übergab sie es einem fremden Mann vor ihrer Haustür. Das Geld ist weg, der Betrüger über alle Berge.

Auch in Ruhland hat eine ähnliche Masche geklappt: Ein Ehepaar fiel auf ein Gewinnversprechen dreister Betrüger herein. Nachdem ihnen am Telefon ein Gewinn von 86.000 Euro offeriert wurde, drängte man sie während der letzten Tage und Wochen in weiteren Telefonaten, vorher Geld als Gegenleistung per Western Union in den Kosovo und nach Albanien zu überweisen. Den Gewinn bekamen sie natürlich nie, ihr überwiesenes Geld ist dafür verschwunden.

In diesem Zusammenhang folgende Hinweise der Polizei:

Überweisen Sie nie als Voraussetzung für einen Gewinn im Vorfeld Geld auf ausländische Konten, übermitteln Sie nie Gutscheincodes oder -nummern an Fremde. Ein gesundes Misstrauen hilft weiter! Warum sollen Sie plötzlich hohe Gewinne erhalten, obwohl Sie nie an Auslosungen oder Gewinnspielen teilgenommen haben, aber dafür im Vorfeld extra Geld überweisen? Seien Sie wachsam! Lassen Sie sich niemals zu Fragen zu Ihrer finanziellen Situation und zu Ihren Kontodaten ein. EC-Karten sind praktisch Bargeld und sollten auch so behandelt werden.

Im Zusammenhang mit angeblichen Verwandten und dem betrügerischen "Enkeltrick" rät die Polizei:

Angebliche "Enkel" (Nichten, Neffen) rufen immer wieder bei älteren Bürgern an und schildern ausgedachte Notlagen (Autounfälle, Geldnot wegen Haus- oder Wohnungskauf, hohe Arzt- oder Anwaltskosten usw.).

Sie bitten darum, in diesen schlimmen Situationen zu helfen. Dabei handelt es sich immer um finanzielle Unterstützungen in Höhe von mehreren tausend Euro. Meist wird zuerst gefragt, ob die Bargeldsumme auch sofort zur Verfügung steht. Wenn das nicht der Fall ist, sollen die älteren Mitbürger überredet werden, zur Bank zu gehen und das Geld vom Konto oder vom Sparbuch abzuheben. Dann wird erklärt, dass man persönlich nicht in der Lage ist, selbst vorbeizukommen, um das Geld abzuholen und deshalb einen guten Freund oder Bekannten schicken wird, der das Geld in Empfang nimmt.

So können Sie sich schützen:

Nennen Sie keine Namen Ihrer wirklichen Enkel/ Verwandten. Geben Sie keine Auskünfte über Ihre Ersparnisse. Heben Sie aus diesem Anlass kein Geld von Ihrem Konto oder Sparbuch ab. Bestehen Sie auf einer persönlichen Kontaktaufnahme. Informieren Sie sich über die wirkliche Notlage eines Enkels/ Verwandten bei Ihren Kindern oder in der Verwandtschaft. Übergeben Sie niemals Geld an fremde Personen. Informieren Sie umgehend die Polizei unter Notruf 110. Bewahren Sie keine großen Geldbeträge zu Hause auf.