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Polizei nimmt Gift-Köder-Hinweise ernst

Cottbus. Hundeköder, die mit Nägeln gespickt sind, haben in der vergangenen Woche erschüttert. Gefunden wurden sie in einer Gartenanlage in der Saarbrücker Straße, nachdem bereits Anfang August Köder mit Schrauben auf einer Hundewiese in der Schopenhauer Straße aufgetaucht waren. Annett Igel-Allzeit

Wie Polizeisprecherin Ines Filohn mitteilt, verfolge die Polizei diese Hinweise. Der Eindruck, dass ein Giftköder-Fall in der Wache nicht ernst genommen worden sei, wie ein RUNDSCHAU-Leser in einem Brief (erschienen am 31. August) schrieb, könne nur durch ein Missverständnis entstanden sein. "Tatsächlich haben wir keine weitere Verwendung für diese Köder, da wir sie nicht aufbewahren können", erklärt Ines Filohn. Ist ein Köder ungewöhnlich, werde er fotografiert. "Das haben wir zum Beispiel bei Rasierklingen getan", schildert sie. Und wenn die Polizisten - statt eine Anzeige aufzunehmen - die Beobachtung in einen Bericht schreiben, sollten die Bürger deshalb nicht bezweifeln, dass ermittelt werde. "Und dass wir bei durch Köder verletzten Tieren von Sachbeschädigung sprechen, liegt daran, dass Haustiere juristisch als Sache gelten", sagt Ines Filohn.

Gudrun Schlüter vom Tierschutzverein Cottbus schüttelt den Kopf über solche Köder. "Sich auf diese Weise gegen Hundehaufen zu wehren, ist überhaupt nicht angemessen. Das Tier leidet schrecklich. Nägel, Nadeln, Rasierklingen und Gift an Ködern, all das ist schon vorgekommen", bestätigt sie. Wichtig sei nach solch einem Fund, den Ort zu beschreiben, sodass andere Hundehalter schnell gewarnt werden können: Ordnungsamt, Veterinäramt und Polizei sind da die richtigen Ansprechpartner. "Auch wir werden von diesen Behörden informiert. Wir haben im Tierheim viele Ehrenamtliche, die unsere Hunde ausführen. Und wir geben die Warnung zum Beispiel an Hundevereine weiter." Zugleich bestätige sich wieder, dass es besser ist, den Hund an der Leine zu führen. "Da sehen wir gleich, woran der Hund schnuppert." Andererseits, so Gudrun Schlüter, muss sich jeder, der sich einen Hu nd anschafft, bewusst machen, dass das Häufchenwegräumen zu den Pflichten des Halters gehört.