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| 14:34 Uhr

Cottbus
Polizei geht von Brandstiftung an Branitzer Pyramide aus

Weithin sichtbar waren die Flammen am Freitagabend im Branitzer Park.
Weithin sichtbar waren die Flammen am Freitagabend im Branitzer Park. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nach dem Brand an der Seepyramide im Branitzer Park geht die Polizei von Brandstiftung aus. Das haben erste Ermittlungen am Ort ergeben. Die Pyramide wurde teils schwer beschädigt.

Das Feuer, das am Freitagabend an der Seepyramide im Branitzer Park gelegt wurde, ist offenbar absichtlich gelegt worden. Das berichtet Polizeisprecher Maik Kettlitz am Samstagnachmittag. „Unsere Brandermittler waren vor Ort. Brandbeschleuniger wurde nicht gefunden. Wir gehen aber dennoch davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde“, so Kettlitz.

Auch die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz hat am Morgen die Brandstellen untersucht und daraufhin Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Stiftungsvorstand Gert Streidt: „Wir sind fassungslos, dass ein Feuer das Wahrzeichen des Branitzer Parks und der Stadt Cottbus beschädigte. Sollte sich bestätigen, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde, wäre das eine schwere Schändung der Grabstätte des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau und seiner Frau Lucie sowie eines Kulturdenkmals von internationaler Bedeutung.“

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) spricht ebenfalls von einem Brandanschlag. „Die Seepyramide symbolisiert wie kaum ein anderes Kulturdenkmal Cottbus und die Lausitz und ist ein wesentlicher Teil unserer kulturellen Identität in der Region“, so die Ministerin. „Mit dem Brandanschlag wurde nicht nur das Grab von Fürst Hermann von Pückler-Muskau und seiner Frau Lucie geschändet, sondern ein Kulturdenkmal von internationaler Bedeutung beschädigt.“ Sie hoffe, dass die Täter bald gefasst würden. Das Land werde die Stiftung Fürst Pückler Museum bei der Wiederherstellung der Pyramide unterstützen.

Die Forderung der Stiftung, den Branitzer Park ab sofort intensiver zu bestreifen, will die Polizei zunächst nicht aufgreifen. Man werde den Dialog mit der Stiftung suchen, versichert Polizeisprecher Ketlitz. Ob die Kriminalitätslage den Einsatz zusätzlicher Polizisten im Park nötig mache, werde man dann sehen.

Das Feuer war am Freitagabend gegen 19.30 Uhr an drei Stellen an der Pyramide ausgebrochen. Passanten hatten die Feuerwehr alarmiert, die allerdings zunächst Mühe hatte, an den Brandort zu kommen. Der See um die Pyramide war zwar zugefroren, die Eisschicht aber nicht tragfähig. Deshalb mussten die Einsatzkräfte mit Booten übersetzen. Auf der Insel angekommen, konnten sie das Feuer dann aber rasch löschen.

Die Spuren der Brände sind dennoch sichtbar. Parkleiter Claudius Wecke: „Die Pyramide trägt weithin sichtbare Trauer. Doch dürfen wir aus gärtnerischer Sicht die Hoffnung haben, dass die im Erdreich verbliebenen Wurzeln der Bepflanzung im Frühjahr wieder voll durchtreiben und die starke Beschädigung zumindest visuell vergessen machen.“

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Branitzer Seepyramide steht in Flammen FOTO: Michael Helbig