| 06:30 Uhr

Identitäre Bewegung
Polizei ermittelt gegen Identitäre

Cottbus. Cottbuser Messegesellschaft erstattet Anzeige wegen Besetzung des Stadthallendachs. Vermieter der Hebebühne distanziert sich von der Aktion. Von Stephan Meyer

Nachdem sechs Mitglieder der Identitären Bewegung sich am Freitag, 20. Oktober, illegal Zugang zum Dach der Stadthalle verschafft haben, ermittelt die Polizei wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Mithilfe einer Hebebühne gelangten die Personen auf das Dach. Von dort aus spannten sie ein zweigeteiltes Transparent mit der Aufschrift „Grenzen schützen — Leben retten“ entlang der Hausfassade. Die Polizei erkärte, dass die Personalien der fünf Männer und der Frau zwischen 21 und 28 Jahren aufgenommen wurden. Nach Angaben von Polizeisprecherin Ines Filohn hat kein Grund zu einer Festnahme vorgelegen. „Die Ermittlungen dauern weiter an“, erklärt sie. Darüber hinaus habe die Cottbuser Messegesellschaft CMT als Hauseigentümerin Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet.

Auf ihrer Facebook-Seite verteidigt die Identitäre Bewegung Berlin-Brandenburg unterdessen die Aktion in Cottbus ausführlich. Der Verfassungsschutz beobachtet die rechtsgerichtete Gruppierung, die auch in Berlin mit vergleichbaren Besetzungen in Erscheinung getreten.

Für die Firma Pradel Arbeitsbühnen GmbH hat die Aktion der Identitären mittlerweile rufschädigende Ausmaße angenommen. Das erklärt Geschäftsführer Nils Pradel. Einer der Aktivisten habe die Hebebühne unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bei dem Unternehmen gemietet. Nach Auskunft von Pradel wollte der Mieter die Hebebühne für die Reparatur von Dachschäden verwenden. Nun werde seinen Mitarbeitern vorgeworfen, sie hätten hinter der illegalen Aktion gesteckt. Weil die Anschuldigungen überhandgenommen genommen hätten, stellt Nils Pradel klar: „Die Hebebühne wurde vom Mieter missbraucht, um sich unrechtmäßigen Zugang zum Dach der Stadthalle zu verschaffen. Wir distanzieren uns ausdrücklich von allen illegalen Aktionen.“ Für das Unternehmen sei es unmöglich den jeweiligen Verwendungszweck der Arbeitsbühnen zu überprüfen. Dies liege auch nicht in der Verantwortung der Firma.