Die Stadt Cottbus begrüßt die Pläne der Bundeszentrale für politische Bildung, einen neuen Fachbereich in Ostdeutschland anzusiedeln, und hat auch gleich zwei Standortvorschläge parat: das Menschenrechtszentrum oder den Cottbuser Ostsee. Beide bieten „authentische Bezüge“ für das Vorhaben, wie Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe in einem Brief an den Präsidenten Thomas Krüger schreibt.

Vergangene Woche hatte die Bundeszentrale angekündigt, den neuen Fachbereich, der sich bundesweit mit Fragen der politischen Bildung in Sozialräumen beschäftigen soll, entweder in Cottbus oder Halle anzusiedeln. Mit dem Standort sind elf Jobs verbunden. Bisher ist die Bundeszentrale nur in Bonn und Berlin.

Für das Menschenrechtszentrum, das von Ex-Häftlingen des früheren Zuchthauses erworben wurde, wird derzeit im Auftrag der Stadt eine langfristige Entwicklungsstrategie erarbeitet. Im Gespräch ist, an dem Standort auch die Außenstelle des Archivs für Stasi-Unterlagen anzusiedeln, vor allem die den Bezirk Cottbus betreffen. Aus Sicht der Stadt sei die Kombination mit der Bundeszentrale für politische Bildung ein guter Ansatz für die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit.

Für den Standort am Cottbuser Ostsee spricht, dass sich hier der wirtschaftliche und soziale Umbau einer Stadt unter Real-Bedingungen vollziehen wird, heißt es weiter. Am Rand des ehemaligen Tagebaus soll ein völlig neues, teils CO2-neutrales Stadtquartier entstehen. Die Bundeszentrale für politische Bildung könnte den mit dem Kohleausstieg verbundenen Strukturwandel direkt vor Ort begleiten.