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| 17:41 Uhr

Politik in Cottbus
Bürgerfest gegen Höcke-Auftritt

 Thüringens AfD-Chef Björn Höcke ist bundesweit wegen seiner extremen Positionen in der Kritik.
Thüringens AfD-Chef Björn Höcke ist bundesweit wegen seiner extremen Positionen in der Kritik. FOTO: Martin Schutt
Cottbus. Im Puschkinpark wollen Cottbuser Bürger und Politiker ein Zeichen gegen den zeitgleichen Wahlkampfauftakt der AfD vor der Stadthalle setzen.

Nachdem die Fraktionen von SPD, Linken und UC einen offenen Brief gegen den geplanten Auftritt von Björn Höcke (AfD Thüringen) in Cottbus veröffentlicht haben, äußern sich jetzt auch zahlreiche Politiker anderer Parteien empört über den Auftritt Höckes, der dem rechten Flügel der AfD angehört.

Hans-Joachim Weißflog (Bündnis 90/Grüne) ist entsetzt über das Bild, das Cottbus durch den Auftritt der Flügel-Männer Höcke, Andreas Kalbitz (Brandenburg) und Jörg Urban (Sachsen)  von sich zeichne. „Aber es zeigt sich dadurch auch sehr deutlich, wes´ Geistes Kind die Cottbuser AfD ist“, sagt Weißflog. Medial werde das bundesweit keinen guten Eindruck machen. Er hofft auf eine rege Beteiligung der Cottbuser an einem Bürgerfest, das zeitgleich zu der AfD-Veranstaltung am Samstagnachmittag im Puschkinpark stattfindet. „Damit kann die Stadt ein positives Zeichen setzen.“

Auch der Cottbuser Landtagsabgeordnete Michael Schierack (CDU) hat sich dem Protest angeschlossen. Er schreibt auf Facebook: „Wenn die AfD am Samstag zu einem Wahlkampfauftakt in Cottbus vor dem Stadthallenvorplatz zusammenkommt, dann wird leider Cottbus und seine Bürger wieder einmal mehr für ein Bild des Gestrigen, des Meckerns und des Stehenbleibens in der deutschen Öffentlichkeit stehen.“ Es sei bedauerlich, dass Cottbus zum wiederholten Male von der AfD-Spitze vereinnahmt werde und dadurch den Stempel „Hochburg des Rechtspopulismus“ aufgedrückt bekomme. Cottbus sei „nicht das Aufmarschgebiet irgendeiner Partei, auch nicht der AfD für die Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen und schon gar nicht für Herrn Höcke oder Herrn Urban“.

Schieracks Parteifreund, der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch, hält sich mit einer direkten Kritik an der geplanten Veranstaltung zurück. In einer Pressemitteilung erklärt er: „Hass und Ausgrenzung stehen nicht für unsere Stadt, die die größte zweisprachige Kommune im Land ist und geprägt wird von Studierenden aus aller Welt sowie von international aufgestellten Unternehmen.“ Kelch ruft zur verbalen Mäßigung auf, zu Respekt und Anstand im Umgang. Dennoch konstatiert auch er, dass der beginnende Landtagswahlkampf wohl mit „harten Bandagen geführt“ werden wird.

Marianne Spring-Räumschüssel ist empört über die Kritik an der AfD-Veranstaltung. „Herr Höcke und Herr Urban sind ebenso demokratisch gewählt wie wir alle und können deshalb selbstverständlich in Cottbus reden.“ Den Vorwurf, die drei Flügel-Politiker hätten im vergangenen Jahr in Chemnitz den Schulterschluss mit Neonazis gesucht, lässt sie nicht gelten. „Ich war auch dort. Es war ganz anders als in den Medien beschrieben.“

(hil)