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Polit-Talk mit Linke-Star, der nicht mehr zur Wahl antritt

Sommerfest der Linken des Kreises Lausitz: Jan van Aken (MdB), Birgit Kaufhold (Direktkandidatin WK 64) und Kreischef Matthias Loehr (v.r.).
Sommerfest der Linken des Kreises Lausitz: Jan van Aken (MdB), Birgit Kaufhold (Direktkandidatin WK 64) und Kreischef Matthias Loehr (v.r.). FOTO: Taubert
Cottbus. Bevor Salsa-Rhythmen am Freitagabend das Sommerfest der Linkspartei am Cottbuser Amtsteich ausklingen ließen, hat es mehr als karibisches Flair, frisch Gegrilltes und leckere Cocktails gegeben. Die Lausitzer Linke hatte sich mit Jan van Aken einen Stargast zur politischen Diskussion in die Freizeitoase geladen, der seiner Partei durchaus auf Gregor-Gysi-Niveau begegnete.

Schade, dass er nicht wieder antritt für die Wahl in den Bundestag, mag so mancher nach der Talk-Runde mit Kreischef Matthias Loehr, dem Forster Fraktionsvorsitzenden Ingo Paeschke und Günter Knothe (Friedenskoordination Cottbus) gedacht haben. Doch mit seiner Begründung heimste van Aken, der über Jahre Biowaffen-Inspektor der UN war, den ersten Beifall ein. "Nach zwei Legislaturperioden muss Schluss sein", sagt er, macht es und meint nicht nur sich damit. Die Debatten im Bundestag seien auch deshalb so langweilig, weil sich nur wenige Abgeordnete aus dem Fenster lehnen. Sie könnten ja bei ihren Parteien in Missgunst fallen und beim nächsten Anlauf nicht mehr berücksichtigt werden.

"Wenn nach zweimal vier Jahren im Bundestag Schluss ist, wäre der Abgeordnete viel freier", fordert von Akten eine derartige Reform. Augenzwinkernd fügt er hinzu, dass sie aber nicht auf Gregor Gysi zutreffen dürfe.

Um seine eigene Zukunft ist ihm nicht bange, erklärt der studierte Biologe. Ob er bei Greenpeace oder in einer Stiftung unterkomme, das werde sich finden. Dann macht Ingo Paeschke, 35 Jahre Berufssoldat in NVA und Bundeswehr, die Debatte über die Koalitionsfähigkeit der Linken im Bund auf. Sollte es für Rot-Rot-Grün reichen, wann wolle sich die Partei etwa über Auslandseinsätze der Bundeswehr verständigen, fragt Paeschke. Das gehe nicht in vier Wochen.

Parteivorstandsmitglied van Aken sieht das eher gelassen: Wenn Herr Schulz Bundeskanzler werden wolle - das Herz der SPD hänge nicht an den Auslandseinsätzen, verweist van Aken auf die dann erforderlichen Koalitionsverhandlungen. Ch. Taubert