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| 19:01 Uhr

Schülerzahlen steigen
Platznot in der Spreeschule

 Mit Containern wird als Übergang eine Erweiterung für die Spreeschule geschaffen. Doch ein zweiter Anbau ist vorerst nicht möglich.
Mit Containern wird als Übergang eine Erweiterung für die Spreeschule geschaffen. Doch ein zweiter Anbau ist vorerst nicht möglich. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Die Zeit drängt: Die Förderschule braucht dringend neue Räume. Weil das Land nicht mit weiteren Containern aushelfen will, muss die Stadt nun nach neuen Lösungen suchen. Von Andrea Hilscher

Eigentlich hätte das Problem längst gelöst sein können: Auf dem Gelände der Spreeschule am Standort Rudniki hätten 34 Container Platz gefunden, um dringend benötigte neue Klassenräume zu schaffen. Das Land aber will der Stadt die Container nicht zur Verfügung stellen. Eine Katastrophe, nicht nur für die Spreeschule.

Die Container sollten die Schüler aufnehmen, die derzeit noch den Standort Puschkinpromenade nutzen, der völlig überlastet und brandschutztechnisch unzureichend ausgestattet ist. Hier hätten Hortkinder aus der nahen Erich-Kästner-Grundschule einziehen können, um der dortigen Platznot zu entkommen.

Standorte bleiben überfüllt

Nun aber bleibt es vorerst bei überfüllten Standorten. „Bei uns in Schmellwitz geht es momentan gerade noch ganz gut“, sagt Schulleiterin Michaela Dallmaier. Das Land hatte der Stadt im vergangenen Jahr 72 Container kostenfrei überlassen, ein Großteil von ihnen wurde für  580 000 Euro neu ausgestattet und zu Klassenräumen umfunktioniert. „Das hatte unseren rund einhundert Kindern am Standort Rudniki gute Bedingungen verschafft“, sagt Michaela Dallmaier. „Gerade für Kinder, die auf Rollstühle und Rollatoren angewiesen sind, ist das eine große Erleichterung.“

Aber: „Unsere Schülerzahlen steigen beständig. Wir müssen nach dem Sommer eine zusätzliche Klasse aufmachen und nehmen mehr Kinder auf als wir abgeben.“ Es wird also schon wieder eng in dem Schulgebäude. Bereits jetzt müssen Kinder mit Förderbedarf an den Spree-Neiße-Kreis abgegeben werden.

Ab der siebten Klasse sollen die Schüler der Spreeschule eigentlich in dem Gebäude in der Puschkinstraße unterrichtet werden. Dort aber ist es für Rollstuhlfahrer zu eng. Probleme, die auch die Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung vor der Wahl bewegt haben. Einstimmig haben sie beschlossen, dass die Stadt prüfen soll, wie sie aus eigener Kraft den Ausbau der Spreeschule in Schmellwitz stemmen kann. André Kaun (Linke): „Es ist schön, dass wir als eine unserer letzten Entscheidungen so einen konstruktiven gemeinsamen Beschluss fassen.“

Es geht um unsere Kinder

Hagen Strese (CDU): „Es geht um unsere Kinder. Es ist schade, dass es mit der Potsdamer Lösung nicht geklappt hat, jetzt müssen wir andere Wege finden.“

Auf eine Anfrage der SPD zu möglichen Ausweichstandorten sagte Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD): „Es gibt etwa 20 leerstehende Objekte in der Stadt, viele davon befinden sich allerdings in Privatbesitz.“ Die Gebäude in kommunaler Hand sind entweder schon verplant oder ungeeignet.

Hallenser Straße: Hier entsteht bis 2023 eine Grundschule für geschätzte neun Millionen Umbau- und Sanierungskosten.

In der Gartenstraße werden ehemalige Schulräume für bis zu 1,3 Millionen Euro ertüchtigt und als Kita- und Horträume genutzt.

Frühere Kitas in der Schopenhauer- und der Helene-Weigel-Straße werden von Zuwanderer-Familien bewohnt.

In einem Gebäude in der Kantstraße, das von einem ehemaligen Berufsbildungsträger genutzt worden war, regieren Schimmel und Verfall, eine Sanierung lohnt nicht. „Wir wollen das Gebäude in die Vermarktung geben“,sagt Marietta Tzschoppe.

Unabhängig davon bleibt es dabei, dass die Spreeschule mit ihren drei Teilen am früheren Standort des Max-Steenbeck-Gymnasiums in Sandow zusammengeführt wird. Ein Umzug wird allerdings nicht vor dem Jahr 2023 möglich sein. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich der Termin verschiebt. Für den ersten Bauabschnitt stehen neun Millionen Euro zur Verfügung.