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| 02:33 Uhr

Stück vom alten Sandow wandelt sich
Platz des Friedens in Cottbus

FOTO: Heute: Michael Helbig - Damals: Sammlung Hans Krause
Cottbus. Die Postkarte vom Platz des Friedens in Cottbus-Ost zeigt ein Stück vom alten Sandow. Es ist das Ostende des alten Diepowplatzes. Nach der Restaurateurin Henriette von Diepow war dieser Platz einst benannt worden. Adlige Namensgeber waren zeitweilig aber nicht erwünscht, deshalb gab es einen neuen Namen: Platz des Friedens. red/ue

Hier zweigten verschiedene Straßen ab. Links begann mit dem schönen Altbaumbestand die Peitzer Straße, deren Reststück hinter den Neubauten heute noch in Richtung Peitz erkennbar ist. Erinnert sei dabei an die bekannte, langjährige Fleischerei von Karl Jacob in der Peitzer Straße 2. Rechts biegt im rechten Winkel die Muskauer Straße ab, die ursprünglich auch als Muskauer Platz bezeichnet wurde.

In dem Eckhaus Muskauer Platz 1 befanden sich das Lebensmittelgeschäft von Gustav Braun und die Bäckerei von Paul Martin. Später bot die HO in diesem Haus Obst und Gemüse zum Kauf an. Fast mittig auf dieser Fotokarte ist die Dissenchener Straße zu sehen, die es auch heute noch gibt.

Natürlich hat sich der Kreuzungsbereich inzwischen stark verändert, haben die hier sichtbaren Altbauten einem großzügigen Straßenausbau und einer neuen Bebauung Platz machen müssen.

Markant für die Straßengabelung zwischen Peitzer und Dissenchener Straße war vor allem das Haus auf dem trapezförmigen Grundstück mit seiner auffallenden Gestaltung der Giebel und des turmhelmartigen Dachaufbaues. Das Gebäude zählte zur Peitzer Straße und trug die Nummer 60. Die Fahrradhandlung von Herbert Kamaucke, das Lebensmittelgeschäft von Max Burkhardt und die Gastwirtschaft von Fritz Modler befanden sich einst in diesem Haus.

Aus der jüngeren Vergangenheit dürfte die Bibliothek Cottbus Ost noch in Erinnerung sein, die am 22. August 1956 in den Räumen der einstigen Gaststätte eröffnet wurde. Sie war, wie auch in anderen Stadtteilen, eine Zweigstelle der Stadt- und Bezirksbibliothek. Der Buchbestand betrug zur Eröffnung 2300 Bände. Die Bibliothek war für Benutzer ab 14 Jahren gedacht. Für Jüngere gab es eine spezielle Kinderbibliothek im Pionierhaus.

18 Jahre später, am 30. September 1974, wurde im neu erbauten Sandow-Eck für die Zweigbücherei Cottbus-Ost ein neuer Standort eingeweiht. Auf 390 Quadratmetern konnten die Bibliotheksbesucher immerhin aus inzwischen rund 10 000 Bänden auswählen.

Vieles hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, auch den Platz des Friedens gibt es nicht mehr - der heißt seit dem 6. Oktober 1976 Jacques-Duclos-Platz nach einem Funktionär der Französchen Kommunistischen Partei, der im Jahr 1975 verstorben war.