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Planetarien kooperieren mit Raumfahrtagentur

Cottbus.. Der Rat Deutscher Planetarien hat sich gestern während seiner Herbsttagung in Cottbus für die Einführung von Astronomie als Pflichtfach ausgesprochen. Ronald Ufer

Die Vertreter der 26 größten Planetarien aus Deutschland und Österreich wollen zur Umsetzung dieses Vorhabens eng mit der Aktionsgruppe „Pro Astro“ zusammenwirken. Nur noch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es Astronomie als Pflichtfach. In Sachsen wurde der Unterricht kürzlich abgeschafft.
„Astronomie ist die älteste Naturwissenschaft und durchdringt alle anderen. Deshalb kann nicht ein wenig von ihr in anderen Fächern wie Physik, Chemie oder Mathematik vermittelt werden“ , sagt Gerd Thiele, Sprecher des Rates Deutscher Planetarien und Geschäftsführer des Fördervereins des Cottbuser Planetariums. Die Aktionsgruppe habe bereits Kontakte zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), in das Bundeswissenschaftsministerium und zu Bildungsministerien mehrerer Länder geknüpft. „Wir sind optimistisch, dass Astronomie in absehbarer Zeit wieder als Pflichtfach und nicht nur als Wahlfach in der Sekundarstufe II unterrichtet wird.“
Das Cottbuser Planetarium wird parallel zu diesen Bemühungen laut Thiele seine Zusammenarbeit mit dem Pückler-Gymnasium fortsetzen und im Jahr 2008 auch Astronomiestunden im Steenbeck-Gymnasium anbieten.
Während der Beratung wurde eine Kooperation mit der europäischen Weltraumorganisation ESA vereinbart. „Wir erarbeiten mit den Planetarien ein Programmpaket für das internationale Jahr der Astronomie 2009“ , sagt die Kommunikationschefin des europäischen Raumflugkontrollzentrums, Jocelyne Landeau-Constantin. „Europas Raumfahrt nimmt auf vielen Gebieten eine Spitzenposition ein, die wir den Bürgern nahe bringen wollen. Das soll gleichzeitig ein stärkeres Interesse an der Astronomie wecken.“ Die Planetarien erhielten dadurch eine Grundlage, um sich besser zu positionieren. Viele hätten dazu aufgrund ihrer Größe und Struktur sonst keine Möglichkeit.
Die von der ESA mit einer Arbeitsgruppe des Rates zu entwickelnden Programmbausteine mit originalem Bild- und Videomaterial sollen 400 Jahre Astronomie und Raumfahrt von Galileo Galilei bis zur Gegenwart umfassen. Die einzelnen Module zur Geschichte der Astronomie, Himmelsbeobachtungen, Astrophysik und Raumfahrt einschließlich der Weltraummissionen der Jahre 2008/2009 bilden dabei laut Gerd Thiele den Kern der Programme, die jedes Planetarium nach eigenen Möglichkeiten, Profil und Publikum gestalten kann.
„Solche Darstellungen werden wir auch in Cottbus auf Grundlage der gemeinsam mit der ESA konzipierten Materialien erarbeiten“ , kündigt Gerd Thiele an.