Sorgenvoll äußerte sich der 70-jährige Hans-Joachim Tschirner aus der Neuen Straße während der Zusammenkunft des Bürgervereins: Ich habe gehört, Neu-Schmellwitz ist bis zum Jahre 2013 weg", sagte er. In Gesprächen unter seinen Gartennachbarn kursierten solche Äußerungen. "Wir verlangen deshalb von den Stadtverantwortlichen eine klare Aussage, wie es in Schmellwitz mit dem Stadtrückbau weitergehen soll", so Tschirner. Bürgervereinsvorsitzender Gottfried Schierack unterstützte die Forderung. "Es ist wichtig, dass die Bürger nicht allein gelassen werden." Sein Vorschlag: "Wir sollten uns mit den Wohnungsverwaltungen noch einmal zusammen setzen."

Horst Friebe, der seit dem Jahr 1986 in Schmellwitz wohnt, sieht wegen der seit zwei Jahren andauernden Diskussion um die Zukunft des Stadtteils im Norden Handlungsbedarf. "Es sollten Unterschriften der Bürger gesammelt werden gegen den Rückbau.

" Annely Richter, neu gewählte Stadtverordnete (Die Linke), ergänzte: "Das Lebenswerte hier im Stadtteil sollte erhalten werden." Ihr Vorschlag lautete: "Es sollte ein Konzept erarbeitet werden, in dem steht, wie es im Stadtteil weitergeht, und wo wir uns als Bürgerverein einbringen können." Eine Idee, die auch der neu gewählte SPD-Stadtverordnete Markus Möller unterstützte. "Wir sollten aufschreiben, was wir wollen."

Parallel dazu will der Verein die neu gewählten Stadtverordneten für das Thema sensibilisieren. Das setze aber voraus, dass der Bürgerverein wisse, was er wolle, so Annely Richter. Gegenseitiges "Zerfleischen" nütze nichts, sondern es sollten Visionen für Schmellwitz eingebracht werden. Mit diesen Wünschen soll dann an die Stadtverordneten herangetreten werden, so der Bürgervereinsvorsitzende Gottfried Schierack. "Ich will die Verantwortlichen zwingen, nochmal neu zu verhandeln", so Schierack. Zugleich fordere er eine faire Behandlung der vom Rückbau betroffenen Bürger in Neu-Schmellwitz.