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Pläne für Windkraftanlage im ehemaligen Tagebau

Ein großer Windpark soll ab Ende des Jahres im ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord entstehen. Wie Wolfgang Jahn vom Amt für Wirtschaftsförderung erklärt, bleibt die Anlage mit 20 Windkrafträdern voraussichtlich 20 bis 25 Jahre in Betrieb – und weicht danach dem Ostsee-Projekt. Von René Wappler

Investoren schlagen einen Bogen um Cottbus? Hier liegt der Fall anders. „Seit das neue Energie-Einspeisegesetz in Kraft trat, haben uns die Interessenten regelrecht überrannt“ , berichtet Wolfgang Jahn. Dieses Gesetz, von der Bundesregierung im April 2000 beschlossen, garantiert den Investoren nämlich über 20 Jahre feste Vergütungen für erzeugten Windstrom. Allerdings konnte die Stadtverwaltung bislang nur zwei Flächen in Cottbus anbieten - die den Anbietern zu klein waren. So kam die Idee ins Gespräch, die weite Fläche des ehemaligen Tagebaugebietes zu nutzen. „Dort herrschen ideale Bedingungen“ , sagt Jahn, „schließlich stören die Anlagen an diesem Ort niemanden - denke ich zumindest.“
Der Eigentümer der 350 Hektar großen Fläche, die „Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft“ (LMBV), verhandelt derzeit über ein Stück von 170 Hektar mit drei Interessenten: einer Agrargenossenschaft, einem Jagdpächter und einer Leipziger Firma, die bereits mehrere Windkraftanlagen betreibt. „Der beste Bieter soll den Zuschlag bekommen“ , teilt LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber mit, „der Verkauf steht in der nächsten Aufsichtsratssitzung am 21. August zur Debatte.“ Die anderen 180 Hektar verkaufte die LMBV bereits im Jahr 2001.
Auch die Stadtverwaltung verdient am Geschäft mit den Windrädern - laut Wolfgang Jahn vom Wirtschaftsförderungsamt „in einer Größenordnung, die dem kommunalen Haushalt durchaus wichtig wäre“ . Aktuelle Schätzungen gehen von einer Summe um die 100 000 Euro aus.
Bereits zum Ende des Jahres 2003 soll der Bau der Anlagen beginnen. Der Betrieb beginnt voraussichtlich ein Jahr später. Allerdings handelt es sich um ein befristetes Projekt, da bis zum Jahr 2030 auf dem Gelände des einstigen Tagebaus der Cottbuser Ostsee entsteht.
Mit Zuversicht blickt Joachim Könnecke, Leiter der Abteilung Liegenschaften im LMBV-Länderbereich Brandenburg, in die Windkraft-Zukunft. „Auch wenn manche Leute der Anblick der Anlagen stört: Die Branche ist mittlerweile ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor für Deutschland“ (siehe Hintergrund).

Hintergrund Kraft der Räder
 Im Jahr 2002 waren in Deutschland knapp 12 250 Windräder in Betrieb - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Nach Auskunft von Bundesumweltminister Jürgen Trittin könnte mit der erzeugten Strommenge die Hauptstadt Berlin rund um die Uhr versorgt werden.