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| 19:24 Uhr

Aus dem Gericht
Plädoyers im Maskenmann-Prozess

FOTO: LR / Janetzko, Katrin
Cottbus. Die Staatsanwaltschaft fordert über sechs Jahre Haft. Urteil Ende Mai erwartet. Von Daniel Schauff

Im Prozess gegen Christian W., der mit einem Komplizen und bewaffnet einen Asia-Imbiss in der Straße der Jugend überfallen und rund 300 bis 400 Euro erbeutet hatte, ist am Montag noch kein Urteil gefallen. Wohl aber hätten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers gehalten, so dass voraussichtlich am 24. Mai der Prozess mit einem Urteil abgeschlossen werden könne, sagt Richterin Susanne Becker, stellvertretende Pressesprecherin am Cottbuser Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft fordert demnach sechseinhalb Jahre Haft ohne Unterbringung in einer Suchteinrichtung. Christian W.s Verteidigung fordere hingegen eine „milde Strafe“ mit Unterbringung. Der vermeintliche Täter hatte am ersten Prozesstag ein Geständnis abgelegt, hatte zudem berichtet, er habe während der Tat unter dem Einfluss von Drogen gestanden.

Beendet sind die juristischen Konsequenzen für die beiden Masken-Räuber derweil noch nicht. Wann die Hauptverhandlung gegen Christian W.s Komplizen beginnt, ist noch unklar. Außerdem muss sich das Duo wegen eines Überfalls auf Jugendliche und zwei Pizzaboten verantworten. Die Überfallserie hatte im Oktober für ein paar Tage die Stadt in Atem gehalten. Die Opfer kämpfen noch heute mit der Verarbeitung des Geschehenen. Von Schlafstörungen, Alpträumen und Angstzuständen etwa berichtete am ersten Prozesstag Paul M., 18 Jahre alt, der am Tatabend Gast im Asia-Imbiss war und von einem der Täter eine Pistole an die Schläfe gehalten bekommen hatte. „Ich hoffe, dass die Täter eingesperrt werden, damit ich mich nicht mehr fürchten muss“, hatte der Inhaber des Asia-Imbiss am zweiten Prozesstag gesagt. Ein dritter Zeuge war am zweiten Verhandlungstag erst gar nicht erschienen – zu groß sei die Angst gewesen, gegen den vermeintlichen Maskenmann vor Gericht auszusagen.