(jul) „Morcheln esse ich ganz gern. Ich brate sie mir. Einen noch besseren Geschmack entfalten sie allerdings, wenn man  sie trocknet“, sagt Lutz Helbig. Er ist Pilzsachverständiger aus Drebkau und hat sein Körbchen in einem Gebiet in der Nähe gut gefüllt Nebenbei hat er auch noch Knoblauchrauke mitgenommen, die jetzt am Waldrand wächst.

Wer Appetit auf frische Pilze hat,  kommt durchaus jetzt schon auf seine Kosten. Morcheln trotzen den widrigen Witterungsumständen auf nährstoffreichen „Füße“. Sie wachsen unter Büschen in Nachbarschaft zu Laubwäldern. Dabei sind diese essbaren Waldfrüchte recht gut erkennbar: Spitz- und Käppchenmorcheln haben ihren Namen von ihrer Kappenform. Die „Hüten“ haben eine Wabenstruktur. Im Gegensatz zu den jetzt auch schon sprießenden giftigen  Lorcheln sind sie rank und schlank und haben einen hellen Stiel. Die Lorcheln sehen dagegen knubblig rund aus. Deren Kappe ähnelt einem Gehirn. Die Lorcheln  stehen gern an alten Brandstellen und in Kiefernwäldern.

„Wer Morcheln will, muss sich aber sputen, denn die Zeit ist schnell vorbei. Im Mai gibt es auch schon die Mairitterlinge und die Schlehenrötlinge“, erklärt Lutz Helbig. Er hofft auf viel Nass von oben, denn auch die Pilze leiden unter der Trockenheit.

„Deshalb hatten wir im letzten Jahr ein ganz schlechtes Pilzjahr. Oft sind die Körbe leer geblieben, weil nichts gewachsen ist“, betont  der Pilzberater. Einen Glücksmoment gab es für ihn aber doch 2018: „Ich habe einen Liebstöckel-Duft-Tintling entdeckt. Es war der erste im Land Brandenburg überhaupt. Deutschlandweit gab es  bisher nur sechs weitere Funde. Über seine  Genießbarkeit ist bisher nichts bekannt. Ich werde jetzt etwas über den Speisewert dieses Pilzes veröffentlichen“.

Mit dem Start ins Pilzjahr ist Lutz Helbig natürlich auch für alle Sammler da: „Wer Fragen hat, kann sich gern am mich wenden. Zur Bestimmung brauche ich immer möglichst den ganzen Pilz und am besten mehrere Exemplare, um sicher zu gehen. Die Pilzarten sollten gut voneinander getrennt werden. Es ist immer besser nachzufragen, als hinterher den Schaden zu haben.“