Von Marion Hirche

Mehr als 20 heimische Pilzarten sind am Wochenende in der leckeren Pilzpfanne gelandet. Traditionell hat der Drebkauer Pilzexperte Lutz Helbig zur Pilzlehrwanderung gerufen. Mit überwältigender Resonanz: 130 Männer, Frauen und Kinder sind mit auf die Suche gegangen. Und rund um Raakow sind sie im Wald und auf der Wiese fündig geworden. In vier Stunden sind die Körbe und auch der Wissensspeicher der Neugierigen gut gefüllt worden.

Mit Lutz Helbig und Dr. René Jahrling aus Berlin haben ausgewiesene Pilz-Experten die frischen Funde der Leute erklärt. Der erste Rat: „Immer Vorsicht walten lassen.“ Denn: Viele Pilze sind roh nicht essbar, erhitzt dann aber doch. Es sei aber auch möglich, dass ein Pilz vielfach verträglich ist, dann der Magen in Einzelfällen aber doch rebelliert.

Spannend: Die Fortpflanzungsstrategien von Pilzen sind ganz unterschiedlich. „Ständerpilze lassen ihre Sporen durch den Wind verbreiten, die Stinkmorchel nutzt Insekten als Weiterträger“, erklärt Lutz Helbig.

Katja Engelhardt aus Forst gehört zu Lausitzern, die schon große Sachkenntnis haben. Sie ist Mitglied im Brandenburgischen Landesverband der Pilzsachverständigen. „Ich interessiere mich für Pilze, gehe zu den Weiterbildungsveranstaltungen, und vielleicht mache ich ja auch mal die Prüfung als Sachverständige“, erzählt sie. Dazu gehöre allerdings sehr fundiertes Wissen. „Hier habe ich wieder dazugelernt“, sagt sie.

Leonore Dell aus Cottbus ist besonders von Dr. René Jahrling begeistert. „Der Mann ist ein wandelndes Lexikon, er kennt alle Pilze auch mit dem lateinischen Namen, toll“, stellt sie fest.

Die Kostprobe liefern die Mitglieder des  heimischen Angelvereins, die unter fachlicher Aufsicht des Brandenburgischen Landesverbandes  für Pilzsachverständige die Pilzpfanne zubereitet haben. Rotfüßchen, Espenrotkappen, der Pfefferröhrling, Perlpilze und der Klapperschwamm sind darin gelandet. „Das hat lecker geschmeckt“, bestätigt Peter Schulze aus Cottbus.

Inge Phormann und ihr Partner sind aus Berlin zu der Wanderung in Raakow angereist: „Wir interessieren uns für Pilze, wissen schon einiges, wollen aber noch dazu lernen.“

Die Pilz-Experten haben stramm zu tun. Mehr als 150 Arten haben die eifrigen Sammler gefunden. Vom großen Bovisten bis zu den winzigen Roten Pustelpilzen, angesiedelt auf einem Holzstock. René Jahrling freut sich besonders über einen Schimmel befallenen Ringlosen Butterpilz: Der ist in Deutschland sehr selten zu entdecken. „Die Zahl der Funde kann man an den Fingern abzählen, eigentlich gehören die Röhrlinge eher in den Mittelmeerraum“, erklärt er.

Katrin Titze-Geisler aus Cottbus-Merzdorf staunt über einen anderen Pilz, den Jodoform-Täubling. „Dass der essbar sein soll, hätte ich nie im Leben gedacht. Schon wegen der Lamellen wäre ich da sehr vorsichtig gewesen.“

Lutz Helbig freut sich über das große Interesse. „Das ist ein guter Grund, weiterzumachen“, sagt der Pilzsachverständige.