(wr) Die beiden Frauen bleiben stehen. Neben dem Fußgängerweg pflanzen Mitglieder der Bürgerinitiative und der CDU gemeinsam Schleierkraut, Silberregen und Husarenknöpfchen in die frische Muttererde. Daneben sperrt der Bauzaun die Brachfläche am Blechen Carré ab.

Karin Pöschk aus Döbbrick ist eine der Frauen, die neugierig zuschauen. „Das ist doch der größte Schandfleck hier“, sagt sie. „Ringsum wachsen Sträucher, aber hier bleibt alles in diesem schrecklichen Zustand.“

Waltraud Kohlhase pflichtet ihr bei. „Ich gehe hier täglich vorbei“, erklärt sie. „Das ist doch nicht normal, wie es hier aussieht, ich könnte jedes Mal wieder heulen.“

Umso mehr unterstützen beide Passantinnen die Aktion, angeschoben von der Bürgerinitiative „Schönes Cottbus“. Die Mitglieder haben die Cottbuser CDU eingeladen, symbolisch ein kleines Stück neben der Brache zu bepflanzen. Der Christdemokrat Wolfgang Bialas schiebt den Spaten in die Erde, ebenso wie seine politischen Mitstreiter. „Wir hoffen ja, dass die Leute nicht über Pfingsten alles mitnehmen, sondern die Pflanzen in der Erde lassen“, sagt er.

Harald Müller von der Bürgerinitiative will auch die anderen Fraktionen des neuen Stadtparlaments dazu einladen, die Brache fürs Erste symbolisch zu bepflanzen. Für die nächste Woche hat er sich eine Anfrage bei der SPD im Terminkalender eingetragen. „Wenn wir hier eine Wende hinbekommen, von der bisherigen Trägheit im Umgang mit der Brachfläche hin zu einer echten Entwicklung, haben wir schon viel geschafft“, sagt er.