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| 13:30 Uhr

Cottbus
Abschied nach 17 Jahren Cottbus

Abschied von der Lutherkirche: 150 solcher Kisten aus dem Hause Aegerter machen sich Anfang Februar auf den Weg von Cottbus nach Berlin.
Abschied von der Lutherkirche: 150 solcher Kisten aus dem Hause Aegerter machen sich Anfang Februar auf den Weg von Cottbus nach Berlin. FOTO: Daniel Steiger / LR
Cottbus. Pfarrer Stefan Aegerter zieht es aus der Luthergemeinde nach Berlin. Von Daniel Steiger

(dst) Nach 17 Jahren ist Schluss. Am Sonntag, 28. Januar, um 14 Uhr steht Pfarrer Stefan Aegerter zum letzten Mal in der Cottbuser Lutherkirche. Der Gottesdienst ist gleichzeitig sein Abschied von der Kirchengemeinde.

Am 1. Oktober 2000 hat Aegerter die Gemeinde übernommen. „Es war eine tolle Zeit. Müsste ich der Gemeinde eine Zensur geben, wäre es die Bestnote“, so der 53-Jährige. Der Abschied aus Cottbus sei ein rein freiwilliger Entschluss. Aegerter: „Es gibt keinen triftigen Grund, die Gemeinde zu verlassen.“ Und trotzdem kehrt der Pfarrer mit seiner Frau der Lausitz den Rücken. Zwei seiner insgesamt sechs Kinder wohnen noch im Haushalt und ziehen mit um nach Berlin-Lankwitz. Am 16. Februar übernimmt Stefan Aegerter dort eine Pfarrstelle. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Die haben ein Kooperationsmodell zwischen vier selbstständigen Gemeinden. Da erwartet mich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit anderen Pfarrern. Das stelle ich mir wie in einer Familie vor“, so Aegerter.

Doch bis es soweit ist, müssen zum Abschied noch viele Worte gesprochen und jede Menge Hände geschüttelt werden. Von den Kindern und Mitarbeitern des Kindergartens Lutherrose haben sich die Aegerters schon verabschiedet.   Mechthild   Aegerter hat einige Jahre den Kindergarten komissarisch geleitet. Auch sonst blickt der Pfarrer und stellvertretende Superintendent auf bewegte Zeiten zurück. Aegerter: „Es gab Höhen wie Tiefen. Auf die Tiefen will ich nicht schauen, aber zu den Höhen gehört auf jeden Fall die Sanierung der Lutherkirche.“ Das Gotteshaus bekam in den vergangenen Jahren ein neues Umfeld, ein Dach und eine frische Fassade. Jetzt steht noch die Sanierung des Innenraumes an. Dafür sind Ausgaben von 720 000 Euro vorgesehen. Etwa 100 000 Euro hat die Gemeinde davon als Spenden eingesammelt.   Aegerter: „Die Planungen für die Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen.“

Außerdem war den Aegerters immer das Einmischen in gesellschaftliche Belange wichtig. Im Rahmen der Gedenken für die Opfer des Bombenangriffs auf Cottbus am 15. Februar 1945 wurde die Lutherkirche zum Sammelpunkt für Gedenken und Trauer. Stefan Aegerter: „Aber das war nicht rückwärtsgewandt, sondern unsere Aktionen richteten sich immer allgemein gegen Krieg und Gewalt.“