"Tränen im Knopfloch" entdeckte Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) auf der Verabschiedungsfeier für die scheidende Direktorin des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus, Perdita von Kraft. Rund 250 Menschen waren zu der Doppelveranstaltung gekommen, in der zugleich die Ausstellung "Wahlverwandtschaften" eröffnet wurde.

Viel mehr, als der Raum fasste. Weil die Sitzplätze allesamt belegt waren, standen die Gäste bis ins angrenzende Foyer des Museums und wohnten von dort der Verabschiedungsfeier bei.

Perdita von Kraft gibt die Museumsleitung nach 17 Jahren aus persönlichen Gründen ab. Sie habe ein Museum mit unverwechselbarem Gesicht geschaffen, würdigte Kulturministerin Sabine Kunst ihr Schaffen.

Das das Landesmuseum prägende Konzept stammt von Perdita von Kraft, die zugleich Vorstandsmitglied der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus ist. Die Stiftung betreibt neben den Kunstsammlungen auch das Staatstheater Cottbus.

Im Zentrum dieses Konzepts, das seit Mitte der 90er-Jahre die Museumsarbeit prägt, stehen die Begriffe Landschaft und Raum. Einen deutschlandweit beachteten Schub erhielt die Konzeption bereits 2001 mit der Ausstellung "Das flache Land". Ein weiterer Meilenstein in der 17-jährigen Ära von Kraft war der Umzug des Museums in den Industriebau des Dieselkraftwerks 2008.

"Ohne ihr Engagement würde das Haus so nicht exisitieren", sagte Professor Heinz Nagler in seinem Grußwort. Nagler ist der Vorsitzende der Freunde und Förderer des Kunstmuseums.

Cottbus' Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) erinnerte an die Geburtswehen des Museums im Dieselkraftwerk, dessen Eröffnung seinerzeit auch in überregionalen Medien große Beachtung fand. Die Nutzung des Dieselkraftwerks war damals umstritten, in der Diskussion war ein Energiemuseum oder ein Hotel. Zum Glück sei es weder das ein noch das andere geworden, so Szymanski. Perdita von Kraft habe den Umzug des Museums in die neue Stätte mit Bravour gemeistert. Zur Bedeutung des Museums sagte Szymanski, es stände dem Mehrspartentheater in Ansehen und Wirkung in nichts nach .

Zum Abschied wünschte Perdita von Kraft dem Landesmuseum eine bessere Ausstattung und ihrem Nachfolger, dass er "frisch an seine Aufgaben" gehe und das Team einbinde. Ein Nachfolger für Perdita von Kraft steht noch nicht fest.