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| 18:46 Uhr

Fischwirtschaft
Fischräuber holen sich einen Teil der Karpfenernte

Jedes Jahr holen die Fischer der Peitzer Teichwirtschaft etwa 100 Tonnen Karpfen, Welse, Hechte und Barsche aus dem Wasser.
Jedes Jahr holen die Fischer der Peitzer Teichwirtschaft etwa 100 Tonnen Karpfen, Welse, Hechte und Barsche aus dem Wasser. FOTO: Michael Helbig
Peitz. Peitzer Fischer laden an diesem Wochenende zum Schaufischen am Großen Hälterteich ein. Von Marion Hirche

An diesem Wochenende ist es wieder soweit; Am Großen Hälterteich in Peitz legen die Peitzer Fischer eine Wochenendschicht ein und zeigen damit einer breiten Öffentlichkeit die Arbeit bei der Fisch­ernte. An beiden Tagen ab 10 Uhr werden die Männer die Fischgrube des Hälterteichs leeren und die Fische, die sie herausholen, auf den Fischereihof transportieren. Natürlich werden wieder einige Kilo der Wasserbewohner auch gleich frisch vor Ort verkauft.

Aber werden auch wirklich Fische herausgeholt? In den vergangenen Jahren haben sich die Zahlen der Fischräuber dramatisch zugespitzt. Nicht nur Biber, Fischotter und Waschbären nutzen den Teich als gedeckte Tafel, sondern auch die Vogelwelt macht beträchtlichen Schaden. Schon lange sind die Kormorane die Nutznießer der Peitzer Teichlandschaft. Matthias Gramsch, Teichwirt aus Fürstlich-Drehna äußert sich in dem gerade erschienenen Buch „Karpfen&Co, Teichwirtschaft in der Lausitz“ zum Thema Kormoran: „Allein die Kormorane fressen 35 Prozent unseres Fischbestandes.“ Allerdings sind die schwarzen Vögel nicht die alleinigen Übeltäter. Zunehmend bedienen sich auch die Grau- und die Silberreiher. Letztere haben sich in den vergangenen Jahren rasant vermehrt. Vor allem die Silberreiher sind ein riesiges Problem, denn sie genießen absoluten Schutzstatus.

Bei einer kürzlichen Teichführung im Rahmen der Peitzer Karpfenwochen mit dem Kahn wurden den Teilnehmern nicht nur Inseln vorgeführt, die insgesamt silbergrau aussehen und davon zeugen, dass hier Tausende der ungeliebten Vögel nächtigen und sich vorher ihr „Abendbrot“ holen. „Von 100 Karpfen werden ohne schützende Maßnahmen nur drei groß“, malte Teichführer Dietrich Kunkel ein düsteres Bild.

Eine der Schutzmaßnahmen, um überhaupt als Unternehmen überleben zu können, ist für die Peitzer Fischer die Aufzucht der einsömmrigen Karpfen in Hälterbecken unterhalb der Kühltürme des Kraftwerks Jänschwalde. Hier kommen die gefräßigen Flieger nicht ran, können sch die geliebten 40 Gramm-Happen nicht holen.

Deshalb wird sich am Wochenende zum Glück auch nicht die Frage stellen „Abfischen und kein Fisch ist drin…?“. Die Peitzer Fischer werden wie in den Vorjahren auch 2018 wieder etwas mehr als 100 Tonnen Karpfen aus dem Großen Hälterteich holen. Wer wissen will, wie diese Mengen zu bewältigen sind, ist Sonnabend und Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr herzlich am Peitzer Hüttenwerk willkommen. Dort kann man auch die Museen besuchen, Fisch in vielfältiger Form schlemmen und kaufen und Kultur erleben.