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Peitzer Bodendenkmalpfleger entdecken Weltkriegsflieger

Das Armaturenbrett der abgestürzten Maschine.
Das Armaturenbrett der abgestürzten Maschine. FOTO: privat
Peitz/Dubrau. Sie haben in den vergangenen acht Jahren 57 Kilometer Frontstellungen von Guben bis Pusack eingemessen. "Von den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges gibt es vom Gebiet an der Lausitzer Neiße nur spärliches Gefechtskartenmaterial. jul1

" Im Auftrag des Brandenburgischen Landesdenkmalamtes in Wünsdorf sind Mathias und Christoph Malcherowitz aus Peitz dabei, Stellungen von Divisionen zu kartieren, Bunker zu untersuchen und vorhandene Fundstücke zu sichern. Eine akribische Kleinarbeit.

Manchmal ist diese von besonderen Erfolgen gekrönt. So entdeckten die zwei Peitzer im Mai des vergangenen Jahres in einem Wald bei Dubrau einen abgestürzten russischen Schlachtflieger. "Wir waren mit einer Sonde unterwegs, um Stellungsverläufe einzumessen, als die Sonde angeschlagen hat. Vorsichtig haben wir angefangen zu graben. Wir haben als erstes Panzerglasplatten vom Cockpit entdeckt und sind dann auf weitere Flugzeugteile gestoßen." Zum Vorschein sind ein Armaturenbrett, Teile des Funkkopfhörers des Piloten und des Bombenabwurfgeräts sowie jede Menge Munition gekommen. Das Interessanteste seien zahlreiche Röhren. "Durch die vielen Beschriftungen auf Teilen war deutlich zu erkennen, dass es sich um eine russische Maschine handelt. Allerdings sind die Röhren amerikanische Fabrikate, was darauf schließen lässt, dass das Abkommen der beiden Großmächte über gegenseitig Unterstützung beim Bau von Flugzeugen und anderem Kriegsgerät tatsächlich mit Leben erfüllt wurde", erklärt der Bodendenkmalpfleger. Der ebenfalls dokumentierte Brandhorizont mit geschmolzenem Glas und Aluminium deutet darauf hin, dass die Maschine in Brand geschossen wurde.

Das erfolgreiche Duo hat die Fundstellen jedes einzelnen Teils kartiert, hat die Fundstücke gesäubert, identifiziert und alles Entdeckte beim Landesdenkmalamt angemeldet. Dort wird entschieden, wo die Teile eingelagert oder ausgestellt werden. Der von den Malcherowitz-Männern vor Jahren gefundene Motor eines abgestürzten amerikanischen Bombers zum Beispiel befindet sich heute im Luftwaffenmuseum in Gatow.

Das Dubrauer Flugzeug ist schon das fünfte, das die Peitzer entdeckt haben. Außerdem haben sie mehr als 9000 tote und vermisste Soldaten, die im Frontabschnitt zwischen Guben und Pusack zwischen Februar und April 1945 gefallen sind, identifiziert.