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Peitz startet Tourismusoffensive

Das Peitzer Hüttenwerk ist für Gäste ein lohnendes Ausflugsziel.
Das Peitzer Hüttenwerk ist für Gäste ein lohnendes Ausflugsziel. FOTO: jul1
Peitz. Das Peitzer Land ist, touristisch gesehen, noch weitgehend ein Geheimtipp. Zwar freut sich Kulturamtschefin Julia Kahl über stetig wachsende Besucherzahlen, dennoch weiß sie: "Selbst im Spreewald kennen uns nicht alle Anbieter." Eine groß angelegte Tourismusoffensive soll das ändern. Andrea Hilscher

Fischereimuseum? Erlebnispark Teichland? Festungsturm? Viele Hoteliers und Touristiker im Spreewald zucken ratlos mit den Achseln, wenn sie nach den Attraktionen des Peitzer Landes gefragt werden. "Dabei wäre es auch für den Spreewald enorm wichtig, den Urlaubern unsere Angebote hier am Rande der Urlaubsregion schmackhaft zu machen", ist Kulturamtschefin Julia Kahl überzeugt. Aus eigener Erfahrung weiß sie: Gerade Familien mit Kindern fragen im Spreewald immer wieder nach neuen Ausflugszielen. "Nur Paddeln und Kahnfahren reicht nicht."

Also hat sie für den 1. November 60 Mitarbeiter von Tourist-Informationen, der Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft zu einer Info-Tour durchs Peitzer Land eingeladen. Den Auftakt macht ein Besuch am Hälterteich, zum traditionellen Abfischen. "Wir wollen, dass die Spreewälder mit eigenen Augen sehen, wie besonders das ist, was wir Besuchern hier zeigen", so Julia Kahl. Fischereimuseum und Hüttenwerk, die Altstadt mit Zitadelle und Stülerkirche stehen ebenso auf dem Programm wie der Erlebnispark Teichland und das Deutsch-Wendische Heimatmuseum in Jänschwalde.

"Gerade diese versteckte Perle wollen wir stärker ins Bewusstsein rücken", sagt Julia Kahl. Peitzer Hoteliers bieten inzwischen Shuttles oder Kremserfahrten zur Heimatstube an, auch bei Schulen wirbt das Amt um Besucher. "Nach Dissen ins Heimatmuseum müssen die Kinder laufen, wir haben eine Bahnstation, mit der wir punkten."

Bisher kommen nur rund achthundert Besucher im Jahr in die Heimatstube. "Doch wer einmal dort war, gibt uns begeisterte Rückmeldungen", sagt die Tourismus-Expertin.

Nach einem leichten Einbruch im vergangenen Jahr freut sie sich aktuell über deutlich gestiegene Besucherzahlen. Im Hüttenwerk rechnet sie mit 5000 Besuchern (Vorjahr: 4770), in der Festung mit 4000 Gästen (400 mehr als im Vorjahr).

Die meisten Besucher sind Tagesgäste oder Radtouristen, die für eine Nacht bleiben. Spitzenreiter sind die Sachsen, gefolgt von Berlinern. "Inzwischen haben wir auch viele Radler aus Nordrhein Westfalen, die bei uns Station machen", sagt Julia Kahl. Aus Datenschutzgründen kann sie nicht genau sagen, wie gut die rund 400 gewerblichen und nichtgewerblichen Gästebetten im Peitzer Land ausgelastet sind. "Aber wer Qualität anbietet, kommt beim Besucher gut an", so ihre Erfahrung.

Allerdings, auch das weiß sie: "Gerade bei der Qualität im Gas trobereich gibt es noch Luft nach oben." Seit der Schließung des Teichgutes Peitz gibt es nur noch eine einzige Möglichkeit, mittags Karpfen in der Stadt zu bekommen. "Das ist zu wenig." Und gerade Radtouristen wünschten sich ein schnelles, gutes Terrassenangebot für ihre Pausen.

Gerade für diese Kunden hofft die Tourismuschefin auf neue Anbieter für die kommende Saison.

Eine weitere Baustelle: das Internet. "Hier hatten wir einigen Nachholbedarf." So war es bisher nicht möglich, Zimmer über das Brandenburger Reiseportal online zu buchen. "Das konnten wir zum Glück ändern, sind ab dieser Woche ans landesweite Buchungsportal angeschlossen." Die Internetpräsenz Peitzer Land ist aufgefrischt und kann jetzt aktuell gepflegt werden. Eine neue Facebookseite soll ebenfalls aktuell für Veranstaltungen werben. Julia Kahl: "Wir wissen, dass unsere Sonderausstellungen und Events wie das Festungsspektakel oder der Weihnachtsmarkt sehr gut bei den Besuchern ankommen. Wir müssen einfach mehr mit unseren Stärken in die Öffentlichkeit."

Und, davon ist sie überzeugt, spätestens, wenn der Ostsee von Wassertouristen genutzt werden kann, steht Peitz ganz oben auf der Liste der Brandenburger Urlaubsregionen.