ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:33 Uhr

Peitz hat seit dem 16. Jahrhundert eine eigene Folterkammer

Vereinsvorsitzender Christoph Malcherowitz führt die Halsgeige vor.
Vereinsvorsitzender Christoph Malcherowitz führt die Halsgeige vor. FOTO: Hirche/jul1
Peitz. Es gibt doch tatsächlich eine Folterkammer in Peitz. Diese befindet sich im Vereinshaus des Historischen Vereins zu Peitz. Marion Hirche/jul1

Besichtigungen können mit dem Verein vereinbart werden. Die Kammer ist mit Folterinstrumenten ausgestattet, wie es sie zu Peitzer Festungszeiten gegeben hat.

"Seit Mitte des 16. Jahrhunderts ist ein Scharfrichter in Peitz nachweislich. Damit hat unsere Stadt eine der ältesten Scharfrichterstellen der Mark Brandenburg", begründet Christoph Malcherowitz, der Vereinsvorsitzende die Existenz dieses Schauraumes. Er führt die Halsgeige vor, zeigt die Streckbank, die Fußfesseln, das "Spanische Pferd" und erklärt: "Auf dem Marktplatz wurden zwei Streithähne auch mal in eine doppelte Halsgeige gesteckt. Sie mussten sich dann in die Augen gucken. Das Angeifern war oft ein vorzügliches Schauspiel für die Zuschauer", erläutert der geschichtsinteressierte Peitzer.

Neben der Gestaltung des Vereinshauses hat sich der Peitzer Verein auch die Information über historische Ereignisse auf die Fahne geschrieben. Dazu gibt es seit 2000 regelmäßig im Winter Vorträge von Vereinsmitgliedern. Für die Informationsabende in diesem Jahr zeichnete Christoph Malcherowitz verantwortlich. Im Februar sprach er zum Thema "Leben und Sterben in der Niederlausitz und im Amt Peitz in der Bronzezeit" und im März beleuchtete er das Thema "Germanen in der Lausitz". "Im Märzvortrag konnte ich von Fundstücken aus dem Tagebauvorfeld berichten. Für manchen war es neu, dass vor den Slawen hier schon Germanen heimisch waren. Ich konnte von Siedlungen berichten, von Rennöfen, die wir bei Wolkenberg entdeckt haben und von einem Eisenverhüttungszentrum, das nicht nur für den Eigenbedarf produziert hat. Interessant für die Zuhörer war auch die Information, wie durch Beigaben höherwertiges Eisen schon damals hergestellt werden konnte", erklärt Malcherowitz. Zudem stellte er klar, dass die "römischen Importe", die hier in unserer Region gefunden wurden, garantiert aus Raubzügen stammen. In Brandenburg gibt es zum Beispiel 368 Fundstellen mit römischen Münzen. Neben den zwei Vorträgen in Peitz, ist Christoph Malcherowitz auch in Turnow und in Cottbus aufgetreten. Insgesamt kamen zu den vier Vorträgen 198 Zuhörer.

In den nächsten Wochen dreht sich das Vereinsleben um die Inventarisierung im Vereinshaus und am 21. Mai wird sich der Verein am Festungsspektakel anlässlich des bundesweiten Tages der Städtebauförderung an der Peitzer Festung beteiligen.