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Paul Werner

Paul Werner, Ölgemälde von Friedrich Sellenscheidt um 1920.
Paul Werner, Ölgemälde von Friedrich Sellenscheidt um 1920. FOTO: Archivfoto: J. Kaffka
Cottbus.. Sein 80. Todestag jährt sich am morgigen Sonntag. Paul Werner, einer der Oberbürgermeister der Stadt, die in ihrer Amtszeit vieles zum Nutzen der Bürger erreichten, starb am 10. Juni 1927 in Cottbus. Werner, geboren am 19. Archivfoto: J. Kaffka

Oktober 1848 in Zeitz, besuchte Schule und Gymnasium in Frankfurt/Oder. In Berlin und Bonn studierte er Jura. Als Freiwilliger zog er 1870 in den Krieg gegen Frankreich. 1872 wurde er Kreisrichter in Kirchhain, danach 2. Bürgermeister in Bromberg, schließlich 1. Bürgermeister in Hamm/Westfalen. 1891 bewarb er sich für das Amt des 1. Bürgermeisters in Cottbus, das er nach seiner Wahl am 3. Mai 1892 antrat. Ab 1894 trug er den Titel Oberbürgermeister.
In seiner Amtszeit wurde noch 1892 der Stadtbebauungsplan fertiggestellt, 1897 bis 1899 die Kanalisation und zentrale Wasserversorgung vollendet, 1898 die Preußische Höhere Fachschule für Textilindustrie eingeweiht, 1900 die Lungenheilstätte Kolkwitz bezogen, 1901 bis 1903 das E-Werk und die Straßenbahn angelegt und 1904 der Kaiser-Wilhelm-Platz (heute Brandenburger Platz) gestaltet. 1904 wurde auch der Südfriedhof (auf dem Werner begraben liegt) begonnen, ebenso der Volkspark Madlower Schluchten und die Siedlung "Eigene Scholle". Während im gleichen Jahr das Alte Schloss unterhalb des Schlossberges abgerissen wurde, war die Weihe des Cottbuser Stadttheaters 1908 für Werner ein kultureller und architektonischer Höhepunkt: "Nicht abwehren, sondern an uns heranziehen und erobern wollen wir alles, was draußen an Schönheit gedeiht, denn die deutsche Kunst schließt alles in ihre Arme, was in der Welt groß und herrlich ist", sagte er in seiner Rede. 1914 begrüßte er begeistert in mehreren Reden den Beginn des Krieges gegen Frankreich, der Cottbus schließlich das Leben von etwa 1600 Bürgern in Uniform kostete, wie das 1945 verbrannte "Heldengedenkbuch" auswies. 1912 bis 1914 wurde das Städtische Krankenhaus erbaut, 1913 durch Werner eine Sammlung der Werke von Carl Blechen begonnen.
1914 wurde er Ehrenbürger der Stadt. Noch zu seinen Lebzeiten wurden die Grünstraße und ein Steg über die Spree nach ihm benannt, 1998 die Schule Bahnhofstraße/Bebelstraße. (hhk)