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| 14:45 Uhr

Senioren im Spreewald
Parkplatz-Not droht am Pflegeheim

 Inge Wilhelm setzt sich dafür ein, dass die Autos auch künftig neben dem Christinenhof parken können.
Inge Wilhelm setzt sich dafür ein, dass die Autos auch künftig neben dem Christinenhof parken können. FOTO: LR / René Wappler
Bewohner des Christinenhofs in Burg fürchten, ab August weniger Besuch zu bekommen.

Die Bewohner des Seniorenheimes Christinenhof in Burg müssen sich dafür wappnen, künftig weniger Besuch zu bekommen. Denn ab August dürfen keine Autos mehr an der benachbarten Hutungstraße parken. Ersatzplätze sind nicht vorgesehen.

Die 82-jährige Inge Wilhelm zog im vergangenen Jahr in den Christinenhof, kurz nach dem Tod ihres Mannes. Von ihrem Balkon schaut sie hinaus auf Felder und kleine Grundstücke. Im Wohnzimmer steht ein Keyboard, auf dem sie mitunter Musikstücke spielt. So oft wie möglich unternimmt sie einen Spaziergang in der Natur. Inge Wilhelm will nach eigenen Worten „niemandem zu nahe treten und niemanden verärgern“. Aber sie will sich auch nicht damit abfinden, dass die Parkplätze verschwinden. In einem Brief an das Ordnungsamt schreibt sie: Alte Freunde, denen das Gehen mittlerweile schwer fällt, hätten ihr schon angekündigt, „dass sie mich dann nicht mehr besuchen können“. Ähnliche Reaktionen hätten weitere Bewohner des Christinenhofes erfahren. „Sie müssen sich da bitte noch eine andere Lösung einfallen lassen“, heißt es im Brief von Inge Wilhelm.

Die Gemeindevertreter beschlossen im April dieses Jahres, eine eingeschränkte Halteverbotszone in der Hutungstraße zu beantragen. Rettungswagen und Mülltransporter könnten die Fahrbahn sonst nicht gefahrlos nutzen, heißt es in der Begründung. Ab dem 1. August dürften demnach Besucher des Seniorenheimes nur noch drei Minuten mit ihrem Auto an der Straße halten.

Widerspruch vom Pflegeverein

Auf Unverständnis trifft der Beschluss nicht nur bei Bewohnern. Als Geschäftsleitungsassistent arbeitet Johannes Heine beim Pflegeverein Spreewald, der sich in der Hutungstraße befindet. Der Pflegeverein erfülle einen Versorgungsauftrag für die Menschen in der Region, sagt Johannes Heine. „Wir sehen die Leistung unserer Mitarbeiter durch die Gemeindevertreter nicht genügend gewürdigt.“

Auf ihren Brief an das Burger Ordnungsamt hat Inge Wilhelm inzwischen eine Antwort erhalten. Als „einziges Mittel“ könnten demnach zusätzliche Parkplätze auf dem Gelände des Pflegeheimes dienen. Eine andere Variante sei künftig nicht mehr möglich. Darüber hinaus hätten das Amt Burg „in den letzten Jahren immer wieder Eingaben“ erreicht, „die uns auf die Parksituation und die zu geringe Straßenbreite aufmerksam machten“.

Das bezweifelt Johannes Heine vom Pflegeverein Spreewald. „Das Unternehmen gibt es seit Dezember 1995, und seitdem ist hier nie ein Rettungsdienst stecken geblieben.“ Vielmehr liege es im Interesse von Bewohnern, Gästen und Mitarbeitern, Rücksicht zu nehmen.