| 18:10 Uhr

Cottbus
Parkgottesdienst im Juni in Branitz

Nachdem das gusseiserne Gitter abgebaut wurde, sind die Steinsetzungen der Bekrönung der Branitzer Landpyramide zur weiteren Restaurierung gesichert worden.
Nachdem das gusseiserne Gitter abgebaut wurde, sind die Steinsetzungen der Bekrönung der Branitzer Landpyramide zur weiteren Restaurierung gesichert worden. FOTO: Claudius Wecke / Stiftung Fürst-Pückler-Museum
Cottbus. Nach der Zeremonie wird die restaurierte Landpyramide eingeweiht. Von Ulrike Elsner

„Gräber sind die Bergspitzen einer fernen neuen Welt“ – ein  Gitter mit dieser Inschrift krönt seit der Pückler-Zeit die Landpyramide im Branitzer Park. In der vergangenen Woche hat die Restaurierung des von Korrosion angegriffenen historischen Gitters und seines steinernen Fundaments begonnen. Mittel des Bundes in Höhe von 57 000 Euro ermöglichen die dringend erforderlichen Maßnahmen.

Die Wiedereinweihung der wertvollen Erdarchitektur trifft mit einem Höhepunkt im Cottbuser Kirchenjahr zusammen. Am Sonntag, 10. Juni, ab 10 Uhr soll an der Landpyramide ein  Parkgottesdienst stattfinden, teilt Pfarrer Dr. Uwe Weise mit. Das Motto dieser Veranstaltung der Oberkirche in Kooperation mit der Stiftung Park und Schloss Branitz lautet: „Zwischen den Pyramiden mit Blick in die Zukunft“.

Der Fürst hätte sicher seine Freude an einer solchen Veranstaltung. Denn „Pückler war ein sehr spiritueller Mensch“, wie Claudius Wecke betont. Die Landpyramide wird ein Hauptthema im Vortrag des Branitzer Parkleiters am Mittwoch, 21. März,  18.30 Uhr, im Besucherzentrum auf dem Gutshof Branitz sein. „Ich will dazu anregen, dass sich die Öffentlichkeit stärker als bisher mit dem Sinn dieser Anlage beschäftigt“, sagt Wecke.

Am 10. Juni aber soll es im Anschluss an den Parkgottesdienst und die für 11 Uhr geplante Hissung der Pückler-Fahne auf der sanierten Landpyramide ums Genießen gehen. „Von 12 bis 16 Uhr gibt es ein Picknick in der Schlossgärtnerei“, erläutert Alexander Kuchta, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit in der Stiftung. Branitz beteilige sich damit an der Kampagne „Zu Tisch! Genießen in Schlössern und Gärten“ im Kulturerbejahr 2018. Besucher dürfen sich mit Decken, Hockern und Picknickkörben in der Gärtnerei – und nur dort – niederlassen. Auch ein gastronomisches Angebot, ein musikalisches Programm und eine Gesprächsrunde sind vorgesehen.

Wie Stiftungsdirektor Gert Streidt betont, geht es in diesem Jahr in Branitz darum, „welch wichtige Rolle ein Jahrhundertmensch wie Fürst Pückler für den Kulturtransfer des Orients nach Europa spielte und, dass Europa und sein Kulturerbe ohne den Orient nicht denkbar sind“. Für Pückler habe der Halbmond zum Kreuz und das Fernweh nach dem Orient zum Alltag in der Lausitzer Heimat gehört. „Wir wollen zeigen, wie der reale und erträumte Orient Europa prägte“, so Gert Streidt, „was Pückler alias Semilasso an den Ägyptischen Angelegenheiten interessierte und was heute noch in Branitz von Fernweh und Fernreisen kündet.“ Anlass dazu ist die Restaurierung der Orienträume im Schloss. Die Sonderausstellung „Sehnsucht nach Konstantinopel“ soll ab 26. Mai im Schloss gezeigt werden. Bereits ab Ostern ist die „Faszination Pyramiden“ Thema einer Ausstellung im Marstall.