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Parkeisenbahn startet mit neuem Chef in die Saison

Ralf Thalmann übernimmt die Straßenbahn-Kurbel als neuer Geschäftsführer von Cottbusverkehr von Cindy Janke. Für den Neuen gehört die Straßenbahn einfach zum Flair einer Großstadt.
Ralf Thalmann übernimmt die Straßenbahn-Kurbel als neuer Geschäftsführer von Cottbusverkehr von Cindy Janke. Für den Neuen gehört die Straßenbahn einfach zum Flair einer Großstadt. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Die Parkeisenbahn ist am Mittwoch in die Saison gestartet. Gleichzeitig war das der erste Arbeitstag für den neuen Chef. Ralf Thalmann übernimmt die Geschäftsführung von Cottbusverkehr und gibt gleich mal eine Liebeserklärung ab. Peggy Kompalla

Gerade einmal sechs Stunden ist er im Dienst und schon steht Ralf Thalmann im Rampenlicht. Als neuer Geschäftsführer von Cottbusverkehr eröffnet er die Parkbahn-Saison, übernimmt die Straßenbahn-Kurbel von seiner Vorgängerin Cindy Janke. Sie hatte die Geschäfte seit dem Weggang von Jörg Reincke vorübergehend geführt. Die Straßenbahn-Kurbel als Staffelstab hatte dann auch eine gewichtige Bedeutung. Denn der Neue betonte: "Die Straßenbahn gehört zu Cottbus, genauso wie die Parkeisenbahn. Sie ist eine Institution und ein Kulturgut."

Er wünsche sich eine Stabilisierung der Fahrgastzahlen und mehr noch: einen Zuwachs. Darauf werde sich seine Arbeit konzentrieren. Die Parkeisenbahn hat diesbezüglich gut vorgelegt. So verzeichnete die kleine Bahn in der vergangenen Saison einen Zuwachs von knapp 4000 Fahrgästen. Das entspricht einem Plus von zwölf Prozent. Insgesamt zählte die Parkbahn im Jahr 2014 rund 38 000 Passagiere. Der Renner waren dabei die thematischen Fahrten. Deshalb setzt Cottbusverkehr weiterhin auf das Konzept. Beim Besucherzuwachs hat sicherlich auch die große Feier zum 60. Geburtstag geholfen.

In diesem Jahr stehen gleich zwei Jubiläen an. Vor 20 Jahren wurde der Bahn- und Betriebshof Sandower Dreieck zur Bundesgartenschau im Jahr 1995 in Betrieb genommen. Jubelfein ist der Bahnhof gerade in der Winterpause hergerichtet worden. Ein frischer Anstrich und der Frühjahrsputzeinsatz vieler freiwilliger Hände sei Dank. Gleich 100 Jahre mehr hat Graf Arnim auf dem Buckel. Die 120-jährige Dampflok verbringt allerdings ihre Zeit im Schuppen. Von den nötigen 250 000 Euro für eine Instandsetzung und Sanierung sind bislang 40 000 Euro zusammengekommen.

Dafür soll die Dampflok 01 Ende des Jahres wieder auf die schmale Schiene, wie Christian Menzel verrät. Er ist nicht nur Vizechef des Fördervereins, sondern auch Lokführer und hauptberuflich als Doktorand an der BTU Cottbus-Senftenberg ebenfalls mit der Bahn verbunden, arbeitet er doch am Lehrstuhl Eisenbahn- und Straßenwesen. Er und sein Professor Dr. Hans-Christoph Thiel haben dabei auch die Zukunft der Parkbahn im Blick. Christian Menzel arbeitete mit an der Vorentwurfsplanung für eine Erweiterung der Parkbahn bis zum künftigen Ostsee. Der Professor erklärt: "Die Studie ist eine technische Basis für Cottbusverkehr, um den Aufwand quantifizieren zu können." Cottbusverkehrchef Ralf Thalmann sagt: "Das ist natürlich eine charmante Idee. Da sind die Überlegungen noch ganz am Anfang. Trotzdem: Egal ob große oder kleine Schiene - solche Pläne brauchen einen langen Vorlauf. Deshalb sollte bald damit begonnen werden."

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