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| 13:36 Uhr

Die Cottbuser Parkeisenbahn rollt in ihre 65. Saison
Kleine Bahn setzt große Ziele

 Die Parkbahn ist am Gründonnerstag in die neue Saison gestartet: Lokführer Bernhard Zeller fährt den ersten Zug. Lars Sumin und Joel Jacobitz (v.l.) tragen die neuen Uniformen der Parkeisenbahner.
Die Parkbahn ist am Gründonnerstag in die neue Saison gestartet: Lokführer Bernhard Zeller fährt den ersten Zug. Lars Sumin und Joel Jacobitz (v.l.) tragen die neuen Uniformen der Parkeisenbahner. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Die Cottbuser Parkeisenbahn startet in die 65. Saison. Mit der Sanierung des Branitzer Bahnhofs stehen die Parkbahner vor einer echten Herausforderung. Ein altes Dampfross bekommt zudem endlich eine Reparatur. Von Peggy Kompalla

Kurz vor zehn Uhr am Donnerstag: Eine Mutter legt mit ihrem Kind an der Hand einen Sprint ein. Der erste Zug der Parkeisenbahn steht zur Abfahrt am Bahnsteig Sandower Dreieck bereit. Die Lok tuckert schon.

Die 600-Millimeter-Schmalspurbahn ist Gründonnerstag in ihre 65. Saison gestartet. Sie fährt einem neuen Besucherrekord Jahr hinterher. Im vergangenen Jahr nahm die Parkeisenbahn rund 43 700 Fahrgäste mit auf die gut drei Kilometer lange Strecke. Das waren 6700 mehr als 2017.

Cottbusverkehrschef Ralf Thalmann hat einen großen Wunsch: „Wir hoffen, dass wir das auch in diesem Jahr halten können.“ Der allererste Zug der Saison ist immerhin schon bestens besetzt. Auch die Mutter hat noch rechtzeitig mit ihrem Kind einen Platz im Wagen gefunden.

Sanierungen rund um die Cottbuser Parkeisenbahn

 Lokführer Bernhard Zeller legt eine Weiche der Cottbuser Parkeisenbahn um. Das Stellwerk und der Bahnhof Park und Schloss Branitz werden in diesem Jahr komplett saniert. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 85 000 Euro.
Lokführer Bernhard Zeller legt eine Weiche der Cottbuser Parkeisenbahn um. Das Stellwerk und der Bahnhof Park und Schloss Branitz werden in diesem Jahr komplett saniert. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 85 000 Euro. FOTO: Peggy Kompalla

Eine echte Herausforderung wird für die Parkbahner die Sanierung des Branitzer Bahnhofs und Schloss Branitz. Nicht nur das Gebäude selbst, auch sämtliche Stellwerkstechnik wird in den nächsten Monaten auf Vordermann gebracht.

„Das passiert unter dem rollenden Rad“, sagt der Chef. Insgesamt 85 000 Euro wird das kosten. Tatsächlich ist der Bahnhof schon fast leer geräumt. Lokführer Bernhard Zeller schließt die Tür auf und legt einen großen Hebel um, womit er die Weiche in Bewegung setzt. Parkbahnfahren ist eben auch Handarbeit.

Fördervereinschef Denis Kettlitz versichert: „Die alte Technik wird komplett erhalten.“ Das schätzt auch die große Schwester. An dem mechanischen Stellwerk werden Lehrlinge der DB Netz AG ausgebildet.

Überhaupt funktioniert die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Vereinschef Kettlitz erzählt: „Im Winter waren Azubis des Instandhaltungswerks bei uns in der Werkstatt und haben uns bei der Wartung des ICE und der Dieselloks unterstützt.“

 Graf Arnim ist die älteste Dampflok der Cottbuser Parkeisenbahn. Sie wurde 2008 aus dem Verkehr gezogen.
Graf Arnim ist die älteste Dampflok der Cottbuser Parkeisenbahn. Sie wurde 2008 aus dem Verkehr gezogen. FOTO: Christian Menzel

Dampflok der Parkeisenbahn wird generalüberholt

Aus der Werkstatt kommt einer nach elf Jahren endlich raus. Graf Arnim wird generalüberholt. Das ist wohl der größte Erfolg für die Parkbahner und Cottbusverkehr. Der war nur dank großer gemeinschaftlicher Anstrengung möglich. Das betonen Geschäftsführer und Vereinschef gleichermaßen.

310 000 Euro kostet die komplette Überarbeitung und Instandsetzung der im Jahr 1895 gebauten Dampflok. Das Geld stammt zu 25 Prozent aus Spenden. Den Rest steuern Bund, Land und Stadt bei.

Am Dienstag nimmt ein Lastwagen das Dampfross Huckepack und fährt es ins tschechische Zamberk. „Dort wird die Lok komplett zerlegt bis auf die letzte Niete“, sagt Denis Kettlitz. Zwei Jahre werden die Arbeiten dauern. „Im Jahr 2021 wird dann Deutschlands älteste betriebsfähige Schmalspurlokomotive auf 600 Millimetern in Cottbus fahren.“

Mit der Werkstatt in Zamberk haben nach Auskunft des Vereinschefs die Muskauer Parkbahner beste Erfahrungen gemacht. „Sie haben dort schon drei Loks warten lassen.“

Die Parkbahn ist nun im Rentenalter angekommen und schnauft trotzdem munter weiter. Damit das so bleibt, führt Cottbusverkehr einen Wellnesstag für die Kleine Bahn ein. Die Montage – außer an Feiertagen – werden künftig der Pflege und Zuwendung gewidmet.