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| 18:20 Uhr

"Park Branitz hat Welterbe-Charakter"

Erfahrungsaustausch im Park: Professor Dr. Michael Rohde (l.), Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, und der Branitzer Parkleiter Claudius Wecke.
Erfahrungsaustausch im Park: Professor Dr. Michael Rohde (l.), Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, und der Branitzer Parkleiter Claudius Wecke. FOTO: Ida Kretzschmar
Cottbus. Echtes Gärtnerwetter hatten 20 Gartendirektoren aus ganz Deutschland zu ihrer dreitägigen Tagung nach Branitz mitgebracht. Gestern fand sie bei leichtem Nieselregen mit einem mehrstündigen Rundgang durch Pücklers Park ihren Abschluss, bevor man zur Ausstellungseröffnung im Marstall einem anderen Gartenkünstler, Peter Joseph Lenné, seine Reverenz erwies. Ida Kretzschmar

Claudius Wecke, seit neun Jahren Parkleiter in Branitz und doch mit 34 Jahren noch immer der Jüngste in diesem Kreis, freute sich, dass Garten- und Parkdirektoren der großen staatlichen Parkverwaltungen der Einladung der Stiftung Fürst-Pückler-Museum gefolgt waren, unter ihnen auch erstmals sieben Altvordere mit Jahrzehnte langer Erfahrung.

"Im vergangenen Jahr waren wir in Muskau. Da verlangte die Dramaturgie einfach nach Branitz", lacht er.

Die Gäste aus allen Himmelsrichtungen, den weitesten Weg hatte der Parkdirektor aus Bonn, "eint ein gemeinsames Ziel", unterstreicht Claudius Wecke: "historische Park- und Gartenanlagen als Kulturdenkmale zu gestalten und in die Gesellschaft zu verankern."

Dazu wurde ein breiter Erfahrungsaustausch geführt, der sich laut Professor Dr. Michael Rohde, seit zwölf Jahren Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, um bewahren, forschen, vermitteln bewegte. Der Vorsitzende der Fachgruppe Gärten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen, wie der Zusammenschluss genannt wird, hob hervor: "Der Park Branitz hat Welterbe-Charakter!" Das Spätwerk des Gartenkünstlers müsse im Dreiklang mit Pücklers Parke in Bad Muskau und Babelsberg gewürdigt werden. Ein wichtiger Schritt sei, dass die Stiftung ab Januar 2018 endlich zur Landesstiftung werden soll.

Während der Exkursion durch das Alterswerk des Gartenkünstlers und der Gondelfahrt zu Pücklers Begräbnisstätte, sehr intensive Begegnungen mit den Restaurationsschwerpunkten, zeigte sich Prof. Rohde beeindruckt, wie "Pücklers unglaubliche Modellierung der Landschaft wieder stärker hervortritt."

Auf der Grundlage eines Positionspapiers befassten sich die Gartenexperten auch mit dem Personal- und Forschungsbedarf für historische Gärten und den Einfluss des Klimawandels auf das gartenkünstlerische Erbe.

Claudius Wecke konnte verkünden, dass mit dem Übergang zur Landesstiftung in Branitz zwölf neue Stellen geschaffen werden sollen. "So werden sich auch die gärtnerischen Ressourcen verdoppeln und Potenzen für die Gartenforschung erweitert", hofft er.

Nach der Zukunftsmusik ein Blick zurück auf Gartendenkmale: Während Lenné seit gestern die seinen in Branitz vorstellt, gibt sich Fürst Pückler ab 28. April in Babelsberg die Ehre. . .

Zum Thema:
"Meisterhaft wie selten einer. . . ". So heißt eine Ausstellung im Branitzer Marstall, die gestern eröffnet wurde. Sie betrachtet die Gärten Peter Joseph Lennés (1789-1866) zwischen Schlesien und Pommern. Er war neben Fürst Pückler einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten des 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung bietet einen Überblick über die Landschaftsgestaltungen in den ehemaligen östlichen Provinzen Preußens im heutigen Polen, an denen Lenné direkt oder indirekt beteiligt war, stellt bedeutende Beispiele vor und skizziert deren heutigen Zustand. Die zweisprachige deutsch-polnische Ausstellung wurde vom Institut für Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Dresden, der Naturwissenschaftlichen Universität Breslau/Uniwersytet Przyrodniczy we Wroc{lstrok}awiu und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa realisiert. Geöffnet ist sie bis 16. Juli, täglich 11-17 Uhr.