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Paradies für Feinschmecker

Karsten Schmidt von Boon Food (l.) setzt auf den Klassiker Hamburger.
Karsten Schmidt von Boon Food (l.) setzt auf den Klassiker Hamburger. FOTO: Stephan Meyer
Cottbus. Am Wochenende war das Cottbuser Strombad ein Paradies für Feinschmecker. Bei den ersten Street Food Days wurden an mehr als 30 Imbiss-Ständen und Food-Trucks Spezialitäten aus aller Welt präsentiert. Stephan Meyer

In den USA ist hochwertiges Street Food schon seit längerer Zeit sehr beliebt. Vor wenigen Jahren ist der Trend dann auch in Deutschland angekommen. Das Straßenessen soll mehr sein als Fast Food. Die Speisen sind meist hochwertiger und werden frisch zubereitet. Mit den ersten Street Food Days im Strombad hat der Unternehmer Frank Kuban die kulinarische Bewegung nach Cottbus gebracht.

Dabei ist Street Food nicht unbedingt etwas Neues. Bratwurst, Bulette und Steak sind für Kuban deutsches Street Food. "Das sind halt Sachen, die man bereits kennt und überall bekommt. Der Unterschied liegt eher in der Vielfalt des Angebots."

An zahlreichen Food-Trucks und Imbiss-Ständen können die Gäste eine kulinarische Weltreise machen. Das Angebot reicht von lateinamerikanischer Küche bis zu asiatischen Gerichten. "Das ist mal was anderes und nicht nur Nullachtfünfzehn-Essen", erzählt Besucher Richard Karraß begeistert. "Wo kriegt man sonst Haggis oder eine Straußenfleisch-Bratwurst angeboten?"

Auch Andrea D. und Tom S. aus Senftenberg haben Gefallen an dem Festival gefunden. "Das ist eine coole Location und es ist toll, dass es auch viele vegetarische Alternativen gibt", sind sich die beiden einig.

Vegetarisches gibt es auch am Amidori-Stand. Dahinter steht ein junges Unternehmen aus Bamberg, das Speisen mit Midori zubereitet, einem Lebensmittel aus pflanzlichen Proteinen. Dabei verzichten die Betreiber bewusst darauf, Fleischprodukte zu imitieren. "Wir bieten keinen Fleischersatz an, sondern eine Fleischalternative", erklärt Koch Kilian Rottmann. Wichtig beim Street Food ist für ihn neben der Regionalität der Zutaten vor allem, das zu verwenden, was der Saison entspricht.

Aus diesem Grund sind die meisten Food-Truck-Betreiber meist in ihrer eigenen Region unterwegs. Der Braunschweiger Karsten Schmidt von Boon Food arbeitet mit seinem Truck meist so nah wie möglich an seinem Heimatort. "Jede größere Entfernung bringt größere Herausforderungen mit sich", räumt er ein. "Es geht darum, die frische Ware pünktlich am Platz und in den richtigen Mengen zu haben."

Karsten Schmidt verkauft an seinem Imbiss einen Klassiker des Street Foods, nämlich Hamburger. Obwohl Burger mittlerweile alltäglich sind und es sie überall zu kaufen gibt, zeigt er mit seinem Schnellgericht, worum es bei Street Food geht. Das Essen hebt sich von üblichen Fertigspeisen durch seine Hochwertigkeit ab. "Wir nehmen nur frisches Rinderhack aus dem Nacken und der Schulter", so Schmidt. "Wir lassen uns unsere Brötchen nach unserem Rezept beim Bäcker backen, und die Soßen und Salate werden von uns selbst gemacht."

Seiner Meinung nach ist Street Food kein kurzzeitiger Trend. Diese Ansicht teilt auch Veranstalter Frank Kuban: "Ich bin der Meinung, das wird sich etablieren. Der Mensch muss essen und will Abwechslung haben." Das zeigen auch die Besucher des Festivals, die sich zum Teil vor einzelnen Ständen in lange Schlangen einreihen müssen.

Die Hobbyköche unter den Besuchern können sich nicht nur von den Food Trucks inspirieren lassen, sondern auch vom Bühnenprogramm profitieren. An den drei Tagen des Festivals stellen unter anderem die Fernsehköche Kolja Kleeberg und Michael Kempf ihr Können unter Beweis. Auch Eni van de Meiklokjes und Insektenkoch Frank Ochmann waren vor Ort.