Flott fließt das Wasser im Priorgraben, aber wer von der Jessener Straße über die kleine Brücke zu den Sachsendorfer Wiesen spaziert, steht seit Tagen vor einem Zaun. Eine Reihe von rund 15 Pappeln musste hier fallen. Wie Stadtsprecher Jan Gloßmann mitteilt, seien die 50 bis 70 Jahre alten Bäume stark bruchgefährdet gewesen. Der Fachbereich Umwelt und Natur hat hier gemeinsam mit der unteren Naturschutzbehörde entschieden und gehandelt.

Ein Spaziergänger wischt kopfschüttelnd die Späne von einem der Stümpfe. Krank sehe das Holz nicht aus. "Es ist Pappelkrebs - die Rindenstruktur war zum Teil aufgeplatzt", so Jan Gloßmann. Bakterien der Art Xanthomonas populi rufen die Wucherungen hervor. Wind wie Insekten können die Bakterien weiter verbreiten.

Dass der Naherholungsweg viel genutzt wird, weiß die Stadt und wollte ihn wieder verkehrssicher gestalten. "Dies haben wir mit der Maßnahme erreicht, auch wenn dafür leider Bäume gefällt werden mussten", erklärt Gloßmann.

Die Bäume befinden sich außerhalb des Geltungsbereiches der Baumschutzsatzung. Nachpflanzungen sind nicht zwingend notwendig, da Pappeln nicht stringent geschützt sind, erklärt die Stadt. Sie hofft aber, dass die benachbarten Kastanien von der Fällung der Pappeln profitieren.

Die Sperrung - an der Brücke durch einen Zaun, am Ende des Sportplatzes durch Berge von Geäst - wird noch drei Wochen bleiben müssen. Die Großtechnik hat die Fläche ziemlich aufgewählt. Gerade im Frühjahr sei es dort durch den hohen Grundwasserstand sehr feucht. "Die Wege wurden nach der Fällung frisch planiert und müssen jetzt einige Zeit trocknen, bevor sie wieder freigegeben werden können", erklärt Jan Gloßmann. Bürger, welche die Sachsendorfer Wiesen mit ihren Hunden queren möchten, können den rund 100 Meter entfernten Parallelweg benutzen, rät die Stadt.