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Papitzer pflügen wie zu Großmutters Zeiten

Der Papitzer Veranstalter und Pflüger Nico Skotarek, Gespannführer Christian Platzeck aus Alt-Schwerin mit seinen Rheinisch-Deutschen Kaltblütern Epos und Nobel.
Der Papitzer Veranstalter und Pflüger Nico Skotarek, Gespannführer Christian Platzeck aus Alt-Schwerin mit seinen Rheinisch-Deutschen Kaltblütern Epos und Nobel. FOTO: Rudolf Fischer/rfs1
Papitz. Eine Zeitreise konnten die Besucher des 6. Schaupflügens am Wochenende in Papitz erleben. Pferde und ihre Gespannführer zeigten Arbeiten, wie sie einst zu Großmutters Zeiten verrichtet wurden. Rudolf Fischer / rfs1

Der engagierte junge Hobbybauer Nico Skotarek hatte als Veranstalter am Sonntag bereits zum sechsten Mal nach Papitz zum 6. Pflügetag eingeladen. "In diesem Jahr ermitteln wir keine Sieger und Platzierten, sondern stellen den Spaß in den Vordergrund der Veranstaltung und die Zuschauer sollen hautnah miterleben, wie mit Pferden anno dazumal die Äcker bestellt wurden", äußerte sich der engagierte Kaltblutpferde-Liebhaber schon im Vorfeld des Events. Seiner Einladung folgten Pferdefreunde mit 13 Gespannen aus Mecklenburg, der Uckermark, Sachsen, Brandenburg und aus unserer Region. Die Palette der Pferde reicht dabei vom Kleinpferd bis zum belgischen Kaltblut mit einer Tonne Gewicht.

"Die Idee zum Pflügetag hatten wir mit Marcel Schallmea und Silvio Schulz. Ende März vor sechs Jahren trafen wir uns erstmalig zum Pflügen wie zu Großmutters Zeiten. Das war eigentlich unsere erste öffentliche Vorstellung. Daraus entstanden dann die weiteren Pflügetage. Der letzte hatte ja bereits schon eine unerwartet starke Zuschauerresonanz" so Nico Skotarek. Als hätten echte Profis ein Volksfest organisiert, gab es eine Hüpfburg, mehrere Versorgungsstände, Zuschauerbänke, einladende Kutschen und vieles mehr. Die Papitzer und Radduscher Trachtenvereine präsentierten sich in ihren herrlichen wendischen Trachten, die Vorspreewälder Hornbläser tönten zwischen den Programmteilen, die Traktoren-Oldtimerflotte stellte sich mit einer Parade vor und sogar eine Buick-Hochzeitslimousine anno 1931 war auf der Anlage. Der fachkundige Moderator, extra aus Rostock angereist, unterhielt die Gäste. Und dazu das traumhafte Wetter! All das lockte die Zuschauer mir der rekordverdächtigen Anzahl von 700 aus nah und fern an. Sie verfolgten gespannt das Pferdespektakel.

Zunächst wurden durch die vielen Gespanne der unterschiedlichen Pferderassen die vorgegebenen Flächen gepflügt. An der Geradlinigkeit der Furchen war zu sehen, welches Gespann in dieser Arbeit geübt war und welches nicht. Das war ein tolles Erlebnis für die vielen Zuschauer. "Wann sieht man denn so etwas schon mal, vor allem diese riesigen und anmutig wirkenden Kaltblutpferde in ihrem ruhigen Gang", war von vielen Zuschauern zu vernehmen. Schließlich wurde die ganze parzellierte Ackerfläche vorwiegend sauber und gleichmäßig gepflügt. Mit viel Applaus wurden am Ende alle Gespanne bedacht.

Anschließend kam es zum Holzrücken, indem auf einem Parcours die ganze Geschicklichkeit der Gespanne gefragt war. Hier bekamen die Zuschauer einen Einblick, wie auch heute noch in nicht befahrbaren Wäldern die Baumstämme transportiert werden müssen. Abschließend kam es zum Vergleich der Zugleistungen. Zum Höhepunkt hatten die Kaltblüter knapp 1,5 Tonnen Strohballen sowie den unterliegenden Auflageschlitten zu ziehen. Dabei nicht inbegriffen der Gleitwiderstand der Kufenflächen auf dem Acker. Hier lösten diese Aufgabe mehrere Pferde. Besonders elegant im Schritt fiel Leinenführer Mario Kaufmann mit seinem 6-jährigen Kaltbluthengst Eggi auf. Auch dieser dritte Vergleich fand die große Aufmerksamkeit der Zuschauer. Als "Lohn" für die Auftritte der Gespanne erhielten die Gespannführer für jede Disziplin je einen Sack Hafer.

"Diese überwältigend große Teilnahme der Gespanne aus nah und fern ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass wir uns auch durch wechselseitige Auftritte unterstützen. Uns verbindet wie in einer Familie die Leidenschaft zu unserem Pferdehobby. Am 16. Mai bin ich schon wieder beim Event in Angermünde. Außerdem gilt mein besonderer Dank allen Mitstreitern wie Nachbarn, Freunden, Verwandten, den Dorfbewohnern, der Feuerwehr, den Vereinen und weiteren, die diese Veranstaltung erst ermöglicht haben", freut sich Nico Skotarek über den gelungenen Tag. "Es ist wirklich erstaunlich, was hier im ländlichen Raum in Eigeninitiative auf die Beine gestellt wurde. Bei etwas mehr Werbung wären sicherlich zu den bereits sehr vielen noch weitaus mehr Zuschauer gekommen", resümiert Zuschauer Peter Hofmann aus Cottbus beeindruckt den erfolgreichen 6. Pflügetag in Papitz.