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Otto Rückert

Otto Rückert
Otto Rückert FOTO: RUNDSCHAU-Archiv
Cottbus.. Gestern wäre der am 21. Oktober 1927 in Wittenberg in Hinterpommern als Landarbeitersohn geborene Otto Rückert 80 Jahre alt geworden. Der Historiker und Hochschullehrer starb am 15. Juni 2002 in Cottbus. RUNDSCHAU-Archiv

Im Jahr 1944 als 17-jähriger Wehrmachtsoldat an die Ostfront geworfen, war er in sowjetische Kriegsgefangenschaft gekommen. 1948 besuchte er die Pädagogische Fachschule Dreißigacker bei Meiningen, wurde Neulehrer in Ichtershausen und schließlich Oberschullehrer in Arnstadt.
Im Jahr 1953 begann Otto Rückert ein Studium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam und wurde deren Assistent. Er promovierte mit einer Arbeit über Karl Liebknechts Wirken als Abgeordneter im Wahlkreis Potsdam-Spandau-Osthavelland. Er publizierte eine Arbeit zur Geschichte der Potsdamer Hochschule und arbeitete im Jahr 1986 mit am Bildband zur Potsdamer Geschichte. Im Jahr 1975 wurde er Dozent an der Cottbuser Ingenieurschule und späteren Hochschule für Bauwesen Cottbus.
Im Jahr 1977 wurde Otto Rückert als Leiter des „Niederlausitzer Arbeitskreises für regionale Forschung beim Rat des Bezirkes Cottbus“ berufen und war bis 1992 Vorsitzender der daraus hervorgegangenen „Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde“ . 1978 wurde er zum Vorsitzender der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung bei der Bezirksleitung der SED berufen, deren geplante Veröffentlichung in vier Bänden nur in einigen Broschüren zustande kam.
Im Jahr 1984 erfolgte seine Berufung als Professor für Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung mit einer Dozentenstelle an der Ingenieurhochschule Cottbus. Rückert schrieb über den 1. Cottbuser Kommunistenprozess 1934, veröffentlichte eine Arbeit über das Cottbuser Kriegsgefangenenlager 1914 bis 1921, arbeitete mit seiner Frau an dem Buch „Wegweiser durch das jüdische Brandenburg“ und publizierte mit ihr auch das im Jahr 1997 erschienene Werk „Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Cottbus 1939 - 1945“ . Mehrere Studien über die Schicksale jüdischer Tuchfabrikantenfamilien in Cottbus harren noch der Veröffentlichung. (hhk)