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Infopunkt
Ostsee Infopunkt kommt nicht in die Stadt

So wie das kleine Bild zeigt, stellten sich BTU-Studenten den Infopunkt am Ostsee vor.
So wie das kleine Bild zeigt, stellten sich BTU-Studenten den Infopunkt am Ostsee vor. FOTO: Kompalla
Cottbus. Ein fester Infopunkt in der Cottbuser Innenstadt wurde wegen hoher Kosten und schwieriger Standortfrage verworfen. Dafür gibt es jetzt eine ganz andere Idee. Peggy Kompalla

Der Ostsee soll in die Innenstadt und damit endlich ins Bewusstsein der Cottbuser. Das ist die erste und wichtigste Forderung des noch jungen Ostsee-Fördervereins. Unterstützt wird er darin vom Rathaus. Doch eine Box in der Innenstadt wird es nicht geben. Dabei haben BTU-Studenten interessante Pläne geschmiedet.

Stadtplaner Egbert Thiele erklärt: "Wir haben die Idee des Vereins aufgegriffen und uns dazu die Uni ins Boot geholt." So sind in Kooperation der beiden BTU-Lehrstühle für Architektur und Stadtmanagement sechs Entwürfe entstanden. "Die Aufgabenstellung lautete Ostsee hoch drei", sagt Thiele. "Die Studenten sollten drei Varianten entwickeln für eine Infobox, einen Infopunkt und ein Infomobil." Die Box sollte demnach fest in der Stadt errichtet werden, der Punkt wäre das Pendant für den Hafen, und das Mobil kann auf Reisen gehen. "Die Ideen der Studenten haben uns gefallen. Es sind gute Ansätze", sagt der Stadtplaner. Ein großes Aber schwingt in den zwei Sätzen mit. "Es zeigt sich, dass die Infobox zu aufwendig ist. Sie braucht nicht nur eine lange Vorbereitung, auch die Finanzierung ist unsicher. Denn das ist nicht einfach ein Zeitungskiosk." Eine Kostenschätzung für die Entwürfe gibt es bislang nicht. Sie gehen sicherlich in die Hunderttausende. Stadtplaner Thiele fügt an: "Außerdem ist noch nicht der richtige Standort gefunden." Die Entwürfe sind für den Postparkplatz und den Bahnhofsvorplatz konzipiert.

Fördervereinschef Denis Kettlitz bewertet die Arbeiten ähnlich. Traurig ist er trotzdem nicht, dass die Ostsee-Box in der Innenstadt nun doch nicht kommt. Stadt und Verein hätten sich für einen Strategiewechsel entschieden. "Wir wollen jetzt das Infomobil vorziehen", erklärt Kettlitz. "Dafür wollen wir gern von Cottbusverkehr einen ausgemusterten Bus umbauen." Der Verein sucht nun Partner für das Projekt. Das Mobil sei nicht nur einfacher zu finanzieren, sondern habe echten Charme. "Der Bus kann nicht nur zu festen Zeiten an einem Ort stehen, sondern rund um den See fahren, auch nach Potsdam zur Landesregierung oder in die Partnerstadt Zielona Góra", zählt Kettlitz auf. Für den Verein ist die Aufgabe klar: "Das Mobil soll im November 2018 - also zum Flutungsbeginn - da sein."

Die Arbeit der Studenten ist nicht umsonst, versichert Egbert Thiele. Denn ein Infopunkt am Hafen ist damit nicht vom Tisch. Dort soll in einem Pavillon nicht nur über den Ostsee selbst berichtet werden, sondern Stadtentwicklung in den Fokus rücken. "Bis sich rund um den Ostsee alles entwickelt hat, werden einige Jahre vergehen. Dabei ist die große Frage, was passiert zwischen Ostsee und der Stadtmitte?" Das sei eine der drängendsten Fragen der nächsten Jahre, betont Vereinschef Denis Kettlitz. "Die Stadt muss sich zum Ostsee hinentwickeln. Deshalb muss die Achse von Sandow bis Merzdorf viel mehr Beachtung finden." Dass die Studenten nicht für den Papierkorb gearbeitet haben, bestätigt auch BTU-Mitarbeiter Moritz Maikämper vom Fachgebiet Stadtmanagement. "Die Bewertung der Arbeiten von den Lehrenden, den Stadtplanern und den Bürgern passt sehr gut zusammen." Vielleicht werde mancher Ansatz in Zukunft aufgegriffen.

Zum Thema:
1975 Entwässerungsbeginn. 1978 bis 1982 Aufschluss der Lagerstätte. 1981 Beginn der Kohleförderung. 1993 bis 2007 Herstellung Dichtwand (sieben Kilometer). 2015 Ende der Kohleförderung im Tagebau Cottbus-Nord. 2016 bis 2018 Sanierung der Kippen- und Böschungsbereiche. 2018 bis 2024 Flutung des Ostsees.