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| 18:45 Uhr

Cottbus
Ortsumfahrung nimmt Fahrt auf

Plan für die Cottbuser Ortsumfahrung
Plan für die Cottbuser Ortsumfahrung FOTO: Joachen Wenzel
Cottbus. In der nächsten Woche finden die Anhörungen für den zweiten Abschnitt statt. Sie waren ursprünglich erst für das nächste Jahr geplant. Von Peggy Kompalla

Wann mit dem Bau des zweiten Abschnittes der Cottbuser Ortsumfahrung begonnen wird, kann selbst heute niemand voraussagen. Aber in der nächsten Woche nimmt das Verkehrsprojekt eine weitere wichtige Hürde. Mittwoch und Donnerstag finden die Anhörungen zu den vorliegenden Plänen statt. Ursprünglich waren sie erst Anfang kommenden Jahres vorgesehen. Dabei stellt niemand das Projekt grundsätzlich in Frage.

Bei der Anhörung können Privateigentümer und Träger öffentlicher Belange ihre Einwände vortragen. Auf alle zuvor eingebrachten Hinweise gibt es von der Planungsbehörde Antworten, sie werden nochmals mündlich erörtert. Alle Beteiligten können sich also die Karten legen. Das Landesamt für Bauen und Verkehr ist Herr des Verfahrens, protokolliert alles und wird in den kommenden Monaten daraus einen Planfeststellungsbeschluss erarbeiten. Mit diesem Papier wird das Baurecht hergestellt. Das klingt alles ziemlich bürokratisch, wie selbst Steffen Kleiner zugeben muss. Er leitet das Dezernat Planung Süd im Landesbetrieb Straßenwesen. „Aber das ist nun einmal der Weg“, sagt er.

Im Grunde biegt die Planung für den zweiten Abschnitt nach der Anhörung auf die Zielgerade. Doch wie lange das Landesamt in Hoppegarten braucht, um die letzte Kurve zu nehmen, bleibt unklar. „Ich habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht“, sagt Kleiner. „Es kann ein halbes Jahr oder aber auch ein Jahr dauern.“ Dabei gebe es an dem Projekt zum jetzigen Zeitpunkt nichts Grundsätzliches mehr auszusetzen, versichert er.

Die wesentlichen Differenzen wurden demnach in den Vorjahren beigelegt. Erreicht wurde dies mit der Verlegung der Trasse. Die Route für den zweiten Abschnitt (rote Linie in der Grafik) rückt etwa 400 Meter weiter in den Wald. Auf diese Weise werden hochwertiger Mischwald geschont und kein Agrarland durchkreuzt. Außerdem dürfte die neue Trasse damit auch für weniger Verkehrslärm sorgen. Zu diesem Ergebnis seien die Planer in Zusammenarbeit mit den Kahrenern gekommen.

Auch wenn bei der Erörterung in der kommenden Woche Einwände gebracht werden, versteht Steffen Kleiner diese als „konstruktive Mitarbeit“. So erwartet der Planer insbesondere Hinweise von Eigentümern, deren Land durch die neue Trasse zerstückelt wird. „Es ist doch ganz klar, dass die Besitzer ihre Interessen vertreten.“ Dabei gehe es um Flächenerschließungen für Wald und Agrarland, aber auch den Erhalt von Radwegeverbindungen.

Der zweite Abschnitt der Ortsumfahrung wird von Nutzberg bis zur Autobahn reichen. In dem Bauabschnitt ist sowohl der neue Autobahnanschluss enthalten, als auch der Umbau der Kreuzung von L 49 und B 97. Die Strecke wird komplett mit zwei Spuren plus einem Überholstreifen ausgebaut. Die Umsetzung des gesamten Projekts wird nach früheren Angaben mindestens zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Steffen Kleiner ist sogar deutlich vorsichtiger: „Wir planen immer harte Winter ein. Damit kann es drei bis vier Jahre dauern.“

Doch bis das erste Baugerät anrückt, vergeht noch ungewisse Zeit.  Konservativ gerechnet könnte Ende 2019 das Baurecht hergestellt sein. „Das Geld wird parallel in den Landeshaushalt eingestellt“, versichert Kleiner. Die Finanzierung dürfte damit also kein Bremsklotz sein. „Der Naturschutz steht allerdings ganz vorn an“, betont der Planer. „Die Auflagen müssen zuerst umgesetzt werden.“ Ein Baustart wäre damit in den Jahren 2020 oder 2021 realistisch. Aber auch das ist nicht mehr als Spekulation.

Die Ortsumfahrung für die Stadt Cottbus ist aber selbst mit dem Autobahnanschluss des zweiten Abschnitts nicht komplett. Ihre tatsächliche Wirkung wird sie erst mit dem dritten Abschnitt entfalten. Der führt von der Autobahn an Frauendorf vorbei und bei Groß Oßnig in der Nähe der Eisenbahnbrücke auf die B 97. Damit würde der gesamte Cottbuser Süden vom Durchgangsverkehr befreit. Das wären bis zu 10 000 Fahrzeuge täglich. Doch dieser entscheidende dritte Abschnitt ist bislang nicht mehr als ein Strich auf einer Karte. Chefplaner Steffen Kleiner formuliert es etwas anders: „Der dritte Verkehrsabschnitt ist nicht mehr als im Stadium der Vorüberlegung.“