"Als einige von uns vor fünf Jahren erstmals ein Drachenboot-Team für die Cottbuser Drachenboot-Regatta zusammengestellt hatten, dachte keiner an eventuelle Meisterschaften oder Aufstiege. Wir waren nur ein Interessenverein, mehr aber auch nicht", so erinnert sich der Team-Captain Bryan Albrecht an die Startphase, als seine Mannschaft bei den Cottbuser Drachenboot-Rennen die Plätze elf und acht belegt hatte.

Aus dem Jux von damals wuchs jedoch recht schnell die Leidenschaft und das Interesse von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten, in dieser bunten Truppe mitzumachen. 2010 ging somit die "FreakShow" erstmals in Cottbus an den Start. "Die Zusammensetzung unseres Teams ist sicher auch der Schlüssel unseres Erfolges. Wir kennen und mögen uns alle. So verschieden die Leute zwischen 14 und 43 Jahren auch sind", meint "TC" Albrecht.

Gemeint sind damit die beruflichen Unterschiede, die für die Trainings- und Wettkampfarbeit jedoch absolut keine Rolle spielen. Da sitzt die OP-Schwester hinter der Kindergärtnerin im Boot, der Handelsvertreter vor dem Lehrer und Niklas als Jüngster bekommt von "King", einem 43-Jährigen, ein paar helfende Tipps mit auf den Weg.

Und dieser Weg ist inzwischen ein höchst erfolgreicher. Wurden die Sportlerinnen und Sportler der Abteilung Drachenboot des ESV Lok RAW Cottbus doch zuletzt immer häufiger zur Siegerehrung gerufen. Ob in Cottbus, am Schwielochsee oder in Berlin-Grünau, die Tagessiege gingen zumeist an die Cottbuser "FreakShow". "Den Namen haben wir uns selbst gegeben, weil er trotz aller Individualität unsere Zusammenarbeit am besten darstellt. Ich glaube, wir können uns wohl zurecht als einzigartig bezeichnen", so Team-Captain Albrecht, der seine Besatzung, die sich unter anderem aus einigen Umsteigern der Kanu-Szene, dem Fußball, Kraftsport oder auch dem Quadrathlon zusammensetzt, derzeit drei Mal pro Woche zum Bootshaus an der Spree ruft, um schließlich gut gerüstet zu sein für Deutschlands größten und wichtigsten Wettbewerb, den die Drachenboot-Szene zu bieten hat. Gemeldet für die Ausgabe 2013 des "Internationalen Schweriner Drachenboot-Festivals" haben 147 Teams mit knapp 4000 Sportlern, was dem Wettbewerb auf dem Schweriner Pfaffenteich ein hohes Prädikat verschafft. "Wo wir ganz gut Punkte sammeln können, um unseren Spitzenplatz in der 3. Liga zu festigen", wie der "TC" anmerkt. Je größer und stärker die Konkurrenz, so sagt es der Wertungs-Schlüssel aus, desto höhere Punktzahlen können eingeheimst werden.

Das Cottbuser "FreakShow"-Team wird in Schwerin in zwei Kategorien an den Start gehen. In der "Mixed"-Kategorie sitzen acht Frauen und zwölf Männer im 12,46 Meter langen Boot, in der "Open"-Kategorie jagen 20 Männer die 200-Meter-Sprintstrecke entlang. Im Bemühen, bei den acht Vorläufen stets ganz vorn zu sein, um möglichst Teilnehmer der sonntäglichen Finalläufe zu sein und somit endgültig einzuziehen in die 2. Drachenboot-Liga Deutschlands.