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Olga Tschechowa – Emigrantin, Schauspielerin, auch Agentin?

Für den Film wurde Olga Tschechowa in den 20er-Jahren entdeckt. Unbekannt ist, wann dieses Bild entstand.
Für den Film wurde Olga Tschechowa in den 20er-Jahren entdeckt. Unbekannt ist, wann dieses Bild entstand. FOTO: dpa
Cottbus. An diesem Samstag stellt das Russisch-Deutsche Kulturforum (Rudek) in der Branitzer Gutsökonomie das literarisch-musikalische Programm "Olga Tschechowa – Grand Dame des deutschen Kinos" vor. Wie der Verein informierte, wird der Abend um die geheimnisumwitterte Schauspielerin gemeinsam mit den Cottbuser Künstlern Carola Fischer und Wolfgang Kaul gestaltet.

Olga Tschechowa wurde 1897 in Russland geboren. Die Tante, die Schauspielerin Olga Knipper-Tschechowa, war die Ehefrau des russischen Dichters Anton Tschechow. Im Hause der Familie verkehrten Anna Pawlowa und Sergej Rachmaninow. Im Jahre 1921 emigrierte Olga Tschechowa während des Bürgerkriegs nach Deutschland. Vermutlich ein halbes Jahr vorher wurde sie vom sowjetischen Militärgeheimdienst kontaktiert. Mitte der 20er-Jahre wurde die Emigrantin für den deutschen Film entdeckt. Olga Tschechowa entwickelte sich schon bald zu einer der berühmtesten Schauspielerinnen und verkehrte in höchsten Kreisen. Sie war vermutlich eine wertvolle Informationsquelle für die Alliierten. Möglicherweise übermittelte die Künstlerin sogar Angaben zu den Zeitpunkten deutscher Angriffe. Deshalb erschienen im Herbst 1945 in der westlichen Presse Meldungen über sie als "russische Spionin, die Hitler eroberte". Olga Tschechowa beendete ihre Filmkarriere 1954.

Mit 60 Jahren eröffnete sie ihren ersten Kosmetiksalon. Um die Schauspielerin ranken sich ungeklärte Geheimnisse, die nach ihrem Tod 1980 niemand mehr aufklären konnte. Was Olga Tschechowa im April 1945 in Moskau machte, wie sie das Literaturmuseum für Anton Tschechow in Ta gan rog rettete und wo das Rezept ihrer Schönheit lag - das erfahren die Besucher am Samstag, 18 Uhr in der Branitzer Gutsökonomie. Mit Liedern und Filmausschnitten besteht die Chance, Tragik und Charme diese Zeit zu erleben.

Karten unter:

www.rudek-ev.de/kontakt oder telefonisch unter 0175/2509964