Losgefahren ist die Gruppe zwar tatsächlich am Morgen kurz nach neun Uhr. Aber die liebevoll aufgearbeitete historische Oberbekleidung der Fahrer und Beifahrer wurde lediglich fürs Foto freigelegt. Ansonsten beherrschten schützende Jacken und Schals die Szene.

"Wir lassen uns aber dennoch nicht von unserem Vorhaben abbringen, dazu sind wir alle zu oldie-verrückt. Und schließlich bin ich ja auch der einzige mit einem Cabriolet, in dem es trotz des geschlossenen Verdecks ziemlich zugig ist", so Steffen Reinschke, der als Chef der Oldie-Piloten einigen Organisationskram zu erledigen hat. Er kann sich aber zugleich sicher sein, dass die Gruppe, die sich vor rund drei Jahren aus einigen Interessenten spontan gegründet hat, ziemlich selbstständig funktioniert.

Und die sich einander ergänzt, beispielsweise wenn sich die Beschaffung von Ersatzteilen etwas schwierig darstellt. "Jeder von uns hat so seine Kanäle, woher er die Raritäten beziehen kann. Ich zum Beispiel habe mir das Original-Opel-Schild, das am Kühlergrill Hinweis auf den Hersteller gibt, über einen hilfreichen Tipp aus Österreich beschafft", erzählt Michael Motzek, der mit einem Opel Olympia aus dem Baujahr 1939 zur Tour nach Kromlau aufbrach. Natürlich, wie stets zu solchen Anlässen mit Ehefrau Brita, beide angetreten in historischem Outfit. "Manchmal überlege ich schon, ob uns nicht die fachgerechte Bekleidung fast ebenso teuer zu stehen kommt, wie die Ersatzteile für unseren Opel. Zumal mein Schrank mit diesen Sachen fast aus den Nähten platzt. Einfach schon deshalb, weil wir Frauen ja auch ein wenig vom Kuchen der Aufmerksamkeit abhaben wollen", wie Brita Motzek freimütig bekennt.

Die Sache mit der erlangten Aufmerksamkeit ist kürzlich wieder einmal auch der Reinschke-Besatzung im Opel-Cabrio gründlich gelungen. Wurden doch satte 850 Kilometer auf der Tour in die Sächsische Schweiz unter die Reifen genommen. "Da wir ja mit einer Höchstgeschwindigkeit von gerade einmal 85 km/h unterwegs waren, hatten die neugierigen Leute am Straßenrand genügend Zeit, unser Schmuckstück zu bewundern."

Noch mehr Gelegenheit zum Staunen, aber auch für Fachgespräche, wird es demnächst geben. Steht doch die Ausfahrt "Alte Spreewaldgurken" auf dem Programm. Von Gallinchen aus wird dann eine Schleife von 150 Kilometern gefahren, bevor es auf dem Skadower Sportplatz am 11. Juni ein Treffen mit vielen anderen Oldtimerfreunden aus der Republik geben wird.

"Wenn ich an das Vorjahr denke, als dort unglaublich viele Interessierte zu Gast waren, freue ich mich schon auf das neuerliche Treffen", sagt Torsten Preuß, der mit seinem Opel Kadett von 1938 unterwegs war.

Doch lebt der Pilot des ältesten Fahrzeuges der Pfingstfahrt 2016 dabei in der Hoffnung, "dass es dann deutlich wärmer ist, als am heutigen fast schon frostigen Pfingstsonntag".