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| 16:37 Uhr

Neues Angebot in Cottbus
Ohne Alkohol und trotzdem feiern

Cottbus. Ein Kneipenabend ist für viele Süchtige oder Suchtgefährdete eine große Herausforderung. Zu verführerisch ist das Alkoholangebot. Im Gladhouse soll das am Freitagabend anders sein. Von Bodo Baumert

Einen Kneipenabend ganz ohne Alkohol, das können Besucher am Freitagabend im Cottbuser Gladhouse erleben. Initiator ist Falk Hoffmann (37), Sozialarbeiter und selber suchtkrank. Er hat seine Idee in der neuen Sucht-Selbsthilfegruppe der Caritas vorgestellt und dort nicht nur Zuspruch sondern auch viele Mitstreiter gefunden. „Aus meiner Arbeit weiß ich, dass es viele Hilfsangebote für Menschen mit Behinderungen gibt“, sagt er. Für Suchterkrankte gebe es hingegen kaum Möglichkeiten.

Für Suchterkrankte ist jede Party, jeder Kneipenbesuch, oft schon jeder Gang in den Supermarkt eine Herausforderung. Die Verlockungen der Sucht sind schwer zu übersehen. „„Alkohol gibt es überall“, sagt Bernd W., ein anderer Teilnehmer der Selbsthilfegruppe für Suchterkrankte. Die Supermarktregale seien voll davon, jede Tankstelle liefert rund um die Uhr Nachschub.

Der Kneipenabend ohne Alkohol soll deshalb ganz bewusst einen Ort ohne Versuchungen erschaffen. „Saftladen“ hat ihn das Organisationsteam getauft. Zunächst einmal ist es ein Experiment.

Los geht es am Freitagabend ab 21 Uhr. Musik, eine Tischtennisplatte und Raum zu Quatschen – das erwartet die Besucher. An der Bar soll es Cocktailspezialitäten geben, natürlich ohne Alkohol. „Ganz gemütlich, ganz entspannt“, beschreibt Falk Hoffmann. Der Eintritt ist frei.

Gedacht ist der Kneipenabend der anderen Art auch als Anlaufpunkte für alle, die suchtgefährdet sind oder einen Ansprechpartner suchen. „Ich bin gespannt, wie das angenommen wird“, sagt Hoffmann. Das Gladhouse sei dem Team bei der Organisation sehr behilflich gewesen. Der Termin ist praktisch gewählt. Zuvor findet die Teenager-Disco statt, weshalb der Alkohol ohnehin schon abgeräumt ist.

Wird es eine Fortsetzung geben? Das wissen die Initiatoren noch nicht. „Ich kann mir das gut vorstellen. Dann müssten wir allerdings Wege für die  Finanzierung finden“, sagt Falk Hoffmann. Ein Verein wäre eine Möglichkeit. Hoffmann hofft allerdings auch auf die Stadt. „Das wäre doch eine gute Möglichkeit, auch einmal ein Angebot für Sucht-Erkrankte zu fördern“, findet er.