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| 02:33 Uhr

Am 1. September beginnen die Bauarbeiten
Offizieller Baustart am Bahnhof

Am 7. August landete der Neunjährige nachts am Cottbuser Hauptbahnhof.
Am 7. August landete der Neunjährige nachts am Cottbuser Hauptbahnhof. FOTO: pk
Cottbus. Bislang war alles nur Vorspiel: Am 1. September beginnen die Bauarbeiten am Cottbuser Bahnhof. In den nächsten Tagen müssen allerdings noch 19 Anomalien im Untergrund geprüft werden. Die Kampfmittelsucher haben sie bei ihren Untersuchungen entdeckt. Peggy Kompalla

Anomalien. Das klingt nach Science Fiction. Ist aber dann doch nur ein Wort für das Unbekannte. Denn bei der eingehenden Sondierung des Baufeldes haben die Kampfmittelsucher nicht definierte Körper im Erdreich entdeckt. Erst nachdem diese 19 Anomalien freigelegt und als ungefährlich eingestuft wurden, gibt es endgültig Entwarnung. Dann können die Bauarbeiter am 1. September anrücken. Baubürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) sagt: "Wir hoffen, dass bei den Anomalien nichts dabei ist und es nicht zu Verzögerungen kommt." Der Bauplan ist straff - auch wenn er sich über mehrere Jahre zieht.

Damit beginnt in der kommenden Woche offiziell der Umbau des Cottbuser Bahnhofs zu einem Verkehrsknoten. Busbahnhof und Straßenbahnhaltestellen werden in den nächsten drei Jahren direkt auf dem einstigen Vorplatz errichtet, das ganze Areal neu organisiert. Fast zwölf Millionen Euro kostet das Projekt. Die Stadt zahlt rund 7,6 Millionen Euro aus eigener Kasse. "Das ist das größte Verkehrsinfrastrukturprojekt für Cottbus", sagt Bürgermeisterin Tzschoppe.

In den ersten zwei Septemberwochen laufen die Bauvorbereitungen. So werden die Fahrradständer auf die Südseite des Bahnhofgebäudes umgesetzt. Busreisende müssen zu den Haltestellen in die Vetschauer Straße laufen. Die Taxen stehen künftig am Parkplatz auf der Westseite (siehe Grafik oben).

Dort wird darüber hinaus die Wendeschleife und vorübergehende Abstellplatz für Busse entstehen. Dafür wird die unbefestigte Fläche entlang der Vetschauer Straße zwischen Wasserturm und Parkplatz-Einfahrt befestigt. Damit entfallen diese rund 50 Stellplätze. "Die Nutzer werden über die Sperrung rechtzeitig informiert", versichert Marietta Tzschoppe.

Der Wegfall der Parkplätze kann nach Ansicht der Stadt weitgehend mit den Stellflächen am Spreewaldtunnel kompensiert werden. "Der Platz mit 150 Stellflächen ist bislang nicht voll ausgelastet", konstatiert die Bürgermeisterin. Darüber hinaus ist die Erweiterung des Parkplatzes am Wasserturm in Arbeit. Dort soll es ebenfalls im September los gehen. Die neuen 96 Stellplätze werden aller Voraussicht nach Mitte Dezember zur Verfügung stehen.

Erst mit Abschluss der Bauvorbereitung wird der gesamte Bahnhofsvorplatz Mitte September gesperrt. Dann überprüfen die Kampfmittelsucher das restliche Areal. Auf den bereits freigegebenen Flächen beginnen die Abbrucharbeiten.

Cottbusverkehr ist Partner bei dem Bauprojekt. Das städtische Unternehmen rechnet durch den Umbau des Bahnhofs zum Verkehrsknoten mit einem Zuwachs an Fahrgästen. Künftig werden alle Straßenbahn-Linien den Bahnhof ansteuern. Damit das funktioniert, fahren die Bahnen dann direkt vom Bahnhofsberg auf den Vorplatz vor. "Und nein, die Bahn wird dabei nicht umkippen", versichert Marietta Tzschoppe. Cottbusverkehrchef Ralf Thalmann bestätigt das und kann die Bahnnutzer zunächst beruhigen. "Bis Mitte 2017 gibt es bei den Straßenbahnlinien keine Einschränkungen. Nur die Fahrgäste der Busse müssen ein wenig weiter laufen."

Zum Thema:
Der Cottbuser Hauptbahnhof wird bis zum Jahr 2019/20 zu einem modernen Verkehrsknoten ausgebaut. Busbahnhof und Straßenbahnhaltestelle werden direkt vor dem Bahnhofsgebäude entstehen. Dafür investiert die Stadt rund zwölf Millionen Euro mithilfe des Landes Brandenburg. Gleichzeitig wird der Personentunnel bis zum Norden verlängert. Das kostet nochmals rund sechs Millionen Euro. Der erste Bauabschnitt für den Tunnel wird laut Stadt fristgerecht am 26. August fertig. Dann geht es nahtlos weiter. Mit dem Durchbruch rechnen die Bauleute im Mai 2017. Die Deutsche Bahn modernisiert gleichzeitig alle Bahnsteige für 30 Millionen Euro.