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| 21:04 Uhr

Bündnis: Eisengehalt in Spree senken
Dichtwände gegen Ockerschlamm setzen

 Die Talsperre Spremberg wird zum Absetzbecken für Ockerschlamm. Das Aktionsbündnis Klare Spree fordert, dass vorher gehandelt wird.
Die Talsperre Spremberg wird zum Absetzbecken für Ockerschlamm. Das Aktionsbündnis Klare Spree fordert, dass vorher gehandelt wird. FOTO: Haschke
Cottbus. Das Aktionsbündnis Klare Spree fordert einen Gesamtplan für Bergbaufolgen in Lausitzer Fließgewässern. Um der Ockerplage Herr zu werden, müssten Dichtwände her an den Stellen, wo das eisenhaltige Wasser austritt. Von Kathleen Weser

Der Kampf gegen die Ocker­plage in Lausitzer Gewässern ist ohne Dichtwände an den Austrittsquellen des eisenhaltigen Wassers in tiefen Erdschichten verloren. Das sagt Winfried Böhmer, Sprecher des Aktionsbündnisses Klare Spree.

Das durch den Braunkohlebergbau verletzte Erdreich blutet infolge des Grundwasserwiederanstieges und der damit ausgelösten Belüftung verwitterter Eisensulfide mit Sauerstoff immer extremer aus. Die entstehenden Eisenhydroxid-Verbindungen, die Ockerschlämme, müssen deshalb auch in tieferen Strömungsschichten abgefangen werden. Das fordert Dieter Perko, der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, für die Spreewitzer Rinne. Hier fließt die Kleine in die Große Spree. Die Eiseneinträge werden bislang lediglich an der Oberfläche der Gewässer herausgefiltert. Für die Spree und den Spreewald sei das völlig unzureichend. „Noch immer fließen täglich 4000 bis 6000 Kilogramm Eisenfrachten durch Spremberg, die erst in der Talsperre zum Absetzen gebracht werden“, erklärt Perko.

Das Aktionsbündnis erneuert die Forderung, das aus Sachsen anströmende, hoch belastete Wasser aus der Spreewitzer Rinne durch Dichtwände aufzuhalten, zu behandeln und erst dann in die Spree einzuleiten. „Nur mit Dichtwänden, einer Lausitzer Technologie, ist es möglich, in der Spree den Eisengehalt auf den Zielwert der Oberflächengewässerverordnung zu senken“, sagt Böhmer. Ein Plan müsse auch für den Kohleausstieg her. Denn mit dem Einstellen des Tagebaus Nochten werde das Problem noch größer.