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Cottbus
Oberschule Schmellwitz geht an den Start

Rainer Brüning leitet die Pestalozzi-Förderschule, die im neuen Schuljahr zur Oberschule wird.
Rainer Brüning leitet die Pestalozzi-Förderschule, die im neuen Schuljahr zur Oberschule wird. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Neue Schule beginnt mit zwei siebenten Klassen und sorgt für Entlastung an anderen Einrichtungen der Stadt Cottbus. Von Peggy Kompalla

Noch hat die neue Oberschule keinen Namen. Im Staatlichen Schulamt Cottbus firmiert sie recht nüchtern unter Oberschule Schmellwitz. Doch Direktor Rainer Brüning hält nicht hinterm Berg: „Ich kann mir vorstellen, dass wir im nächsten Jahr einen Antrag für die Benennung zur Johann-Heinrich-Pestalozzi-Oberschule stellen werden.“ Damit würde aus der heutigen Pestalozzi-Förderschule die Pestalozzi-Oberschule werden. Denn die Herkunft will, noch kann die Schule leugnen.

Der Direktor und die 14 Lehrer der Förderschule sind von dem Projekt längst überzeugt. Alle haben einen Umsetzungsantrag an die neue Oberschule gestellt. Direktor Brüning betont: „Die Umwandlung in eine Regelschule ist keine spontane Entwicklung oder gar Notlösung. Wir haben der Stadt bereits im Jahr 2011 Interesse dafür signalisiert. Aber damals war die Zeit dafür noch nicht reif.“

Die Förderklassen werden pa­rallel zu den zwei Oberschulklassen laufen. Ob das so bleibt, hänge vom Wahlverhalten der Eltern ab. An der Schule werde es keine strikte Trennung geben. Im Gegenteil: „Wir haben Interesse daran, die Förderschulklassen in möglichst vielen Bereichen mit den Oberschulklassen kooperieren zu lassen“, erklärt Rainer Brüning.

Die größte Herausforderung dürfte zunächst sein, die Eltern von der neuen Oberschule zu überzeugen. Das weiß auch der Direktor. „Eine kritische Haltung ist gut. Wir wollen eine Elternschaft, die sich einbringt.“ Schulrätin Ilona Sieg sieht in den Erfahrungen mit dem Förderschwerpunkt Lernen Vorteile. „Die Lehrer haben sich hingebungsvoll den Problemen der Förderschüler gewidmet. Dieses Wissen kann nur gut sein, um den Lernprozess auch an der Oberschule zu unterstützen.“ Derzeit besuchen 70 Schüler ab der sechsten Klasse die Förderschule. Zum Schuljahr 2018/19 werden zwei siebente Oberschulklassen hinzukommen. Deren Stärke ist noch unklar. Sie wird sich zwischen 20 und maximal 28 Schülern bewegen, so die Schulrätin. Ein bis drei neue Lehrer werden nötig. Genauere Angaben seien derzeit nicht möglich. Der Schule bleibe in jedem Fall die Sozialarbeiterin erhalten. Darüber hinaus gebe es Gruppenhelfer und Einzelfallhelfer.

Mit der Regelschule geht auch eine bessere Ausstattung einher: Die Schule erhält Chemie- und Physikräume nach modernstem Anspruch, eine neue Schülerwerkstatt für den WAT-Unterricht (Wirtschaft, Arbeit, Technik). Das Biologie-Kabinett wird erneuert. Die Oberschule werde den Schwerpunkt zur Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt haben. „Wir sind derzeit eine Ganztagsschule“, sagt Rainer Brüning. „Wir wollen das Angebot auch für die Oberschüler aufrechterhalten.“

Mit den zwei neuen Oberschulklassen in Schmellwitz entspannt sich die Lage an den weiterführenden Schulen der Stadt, wie Schulamtsleiter Gerald Boese erklärt. „An einigen Einrichtungen waren wir an der Kante.“ So habe etwa die Paul-Werner-Oberschule und die Theodor-Fontane-Gesamtschule zu diesem Schuljahr eine zusätzliche Klasse einrichten müssen.

Die künftige Oberschule Schmellwitz lädt am Samstag, 27. Januar, von 10 bis 13 Uhr zum Tag der offenen Tür an die Neue Straße 41 in Schmellwitz ein.